Sforzato
Sforzato, abgekürzt sfz oder sf, verlangt, dass ein einzelner Ton plötzlich und kräftig hervorgehoben wird. Die Lautstärke davor und danach bleibt unverändert. Es ist damit keine Dynamikstufe wie forte, sondern eine Betonung innerhalb einer Stufe.
- Kürzel
- sfz, auch sf
- Bedeutung
- plötzlich stark betont
- Wirkt auf
- einen einzelnen Ton oder Akkord
- Verwandt
- Akzent, Fortepiano
Ein Akzent mit Dynamik
Der Baustein Dynamik beschreibt neben den langsamen Übergängen auch die plötzlichen Ereignisse: Der Akzent, das Sforzato, hebt einen einzelnen Ton kraftvoll heraus. Die Symbolbibliothek nennt es eine „plötzliche, scharfe Betonung einer einzelnen Note“, wie einen Hieb gegen die umgebende Dynamik. Selbst wenn der Kontext leise ist, wird sfz mit voller Energie gespielt, und danach kehrt die Lautstärke sofort zum vorherigen Niveau zurück.
| Zeichen | Name | Wirkung |
|---|---|---|
| f | Forte | laut, gilt bis zur nächsten Dynamikangabe |
| sfz | Sforzato | ein Ton plötzlich stark betont, danach zurück ins vorige Niveau |
| fp | Fortepiano | stark angeschlagen und sofort leise weiter |
| sfp | Sforzato-Piano | scharfer Akzent, dann sofort leise |
Das unterscheidet das Sforzato vom Forte: Forte ändert die Grundlautstärke für eine ganze Strecke, Sforzato betont nur einen Augenblick, ohne die Grundlautstärke zu ändern. Und das unterscheidet es vom Fortepiano: Das Fortepiano verlangt einen starken Anschlag und anschließend ausdrücklich leise, das Sforzato lässt den Pegel danach, wo er war.
Im Notenbild
Das Kürzel steht direkt am betonten Ton, üblicherweise unter dem System. Es gilt nur für diese Note oder diesen Akkord. Zwei Beispiele aus dem Archiv:
Klavier
-
Sonata facile, 1. Satz: Allegro Wolfgang Amadeus Mozart, KV 545 · Klavier · 4 Seiten
Auf der zweiten Seite steht in Takt 24 erst f und gleich danach sf. Ab Takt 31 wird sf mehrfach wiederholt, jeweils auf dem hervorgehobenen Ton einer Sechzehntel-Figur. Das Stück schreibt „sf“, nicht „sfz“; beide Kürzel bezeichnen dasselbe.
-
In der Halle des Bergkönigs Edvard Grieg, op. 46 Nr. 4 · Klavier · 4 Seiten
Auf der letzten Seite steht in den Takten 74 und 75 unter dem kurzen Einwurf der rechten Hand jeweils sfz, danach folgt eine Pause. Das Zeichen sitzt genau auf dem einzelnen Ton und gilt nicht für die ganze Passage.
Betonung gegen den Puls
Ein Sforzato wirkt am stärksten, wo man es nicht erwartet. Der Artikel Synkopen verstehen und zählen beschreibt dieses Prinzip für den Rhythmus: Die Betonung wird gegen den Puls gesetzt, und der Puls selbst bleibt unverändert. Ein sfz auf einer eigentlich leichten Zählzeit tut dasselbe mit der Lautstärke.
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Verwandte Begriffe
AkzentFortepianoForteDynamikMarcatoSubitoMezzoforteFortissimoSynkope
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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