Shakuhachi
Japanische Längsflöte aus Bambus mit Randanblasung und fünf Grifflöchern.
Was es bedeutet
Die Shakuhachi ist eine japanische Längsflöte aus dem Wurzelende eines Bambusrohrs. Sie besitzt vier Grifflöcher auf der Vorderseite und eines auf der Rückseite und wird über eine schräg angeschliffene Kante am oberen Ende angeblasen, ohne Kernspalt oder Rohrblatt.
Der Name bezieht sich auf die traditionelle Standardlänge von einem japanischen Fuß und acht Zoll (shaku und hachi), also rund 54,5 Zentimeter.
Musikalische Verwendung
Die Shakuhachi wurde in Japan über Jahrhunderte von wandernden Mönchen der Fuke-Sekte des Zen-Buddhismus als Meditationsinstrument gespielt; das Spiel galt dabei als spirituelle Übung. Aus dieser Tradition stammt das Solorepertoire der Honkyoku, meditative Stücke von großer klanglicher Feinheit.
Durch Veränderung von Lippenstellung, Kopfhaltung und Blaswinkel lassen sich Tonhöhe und Klangfarbe stark beeinflussen; typisch sind gleitende Töne, geräuschhafte Anteile und ein sehr breites Spektrum an Nuancen, weshalb die Flöte trotz weniger Grifflöcher chromatisch spielbar ist.
Abzugrenzen ist die Shakuhachi von der westlichen Blockflöte, die über einen Kernspalt angeblasen wird, und von der Querflöte, die seitlich angeblasen wird; die Shakuhachi wird dagegen senkrecht gehalten und über die Kante am Rohrende zum Klingen gebracht.
Spielpraxis
Rechne damit, dass allein die Tonerzeugung viel Übung braucht: Suche zunächst einen stabilen Ansatz an der Kante und verändere den Luftstrahl in kleinen Schritten. Höre dir traditionelle Honkyoku-Aufnahmen an, um Atemführung und Klangbehandlung nachzuvollziehen.