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Form

Siciliano

Wiegender Satz im 6/8- oder 12/8-Takt, oft in Moll.

Was es bedeutet

Der Siciliano ist ein Satz- und Tanztyp mit wiegender, schaukelnder Bewegung im 6/8- oder 12/8-Takt. Kennzeichnend ist der punktierte Rhythmus aus Achtel, Sechzehntel und Achtel, der der Musik einen sanft fließenden, pastoralen Charakter gibt.

Der Name verweist auf Sizilien, doch ist unklar, wie eng der Satztyp tatsächlich mit sizilianischer Volksmusik zusammenhängt.

Im Notenbild

Notiert wird der Siciliano meist im 6/8- oder 12/8-Takt, oft mit der Überschrift „Siciliano“ oder einer ruhigen Tempoangabe wie Andante oder Larghetto. Die Melodie steht häufig in Moll und ist mit Verzierungen versehen.

Musikalische Verwendung

Im Barock war der Siciliano besonders beliebt und erscheint als langsamer Satz in Sonaten und Konzerten sowie als ausdrucksvolle Arie, etwa bei Bach, Händel und Scarlatti. Wegen seines wiegenden Charakters wurde er oft mit Weihnachts- und Hirtenszenen verbunden.

Auch später blieb der Typ lebendig: Man begegnet ihm in Instrumentalwerken der Klassik und Romantik, etwa als Mittelsatz, sowie in der Filmmusik.

Abzugrenzen ist der Siciliano von der Pastorale, die ebenfalls ländlich-idyllisch wirkt, aber meist im 12/8-Takt mit Bordun und anderer Typik steht, sowie von der Barcarole, dem wiegenden Gondellied, das einen ähnlichen Takt nutzt, aber ein anderes Bild hervorruft.

Spielpraxis

Spiele den punktierten Rhythmus weich und nicht scharf, damit die wiegende Bewegung erhalten bleibt. Zähle in zwei großen Schlägen und gib den Verzierungen Raum, ohne den ruhigen Fluss zu stören.