Pastorale
Hirtenstück, oft im 6/8-Takt.
Was es bedeutet
Die Pastorale ist ein Musikstück, das ländliches Hirtenleben darstellt. Der Name geht auf das lateinische pastor, „Hirte", zurück. Gemeint ist weniger eine feste Form als ein Ausdruckstyp mit wiederkehrenden Merkmalen.
Dazu gehören ein wiegender Rhythmus in zusammengesetztem Takt, meist 6/8 oder 12/8, liegende Bordunklänge im Bass, die an Sackpfeifen und Schalmeien erinnern, eine schlichte, oft in Terzen oder Sexten geführte Melodie und ein ruhiger, friedlicher Charakter. Häufig steht die Pastorale in Dur.
Zu unterscheiden ist sie von der Barkarole, die ebenfalls wiegend im Sechsachteltakt steht, aber das Bild des Wassers aufruft, und von der Musette, die enger an ein bestimmtes Instrument gebunden ist.
In der Kirchenmusik hat die Pastorale eine besondere Tradition: als Weihnachtsmusik, die an die Hirten auf dem Feld erinnert.
Im Notenbild
Die Pastorale steht meist im 6/8- oder 12/8-Takt, oft mit einem Orgelpunkt im Bass, der über viele Takte liegen bleibt. Die Melodie bewegt sich in schlichten, wiegenden Figuren. Die Bezeichnung steht als Satzüberschrift oder als Vortragsangabe.
Musikalische Verwendung
Die Pastorale ist seit dem Barock verbreitet, in Weihnachtsmusik, Oratorien und Konzerten ebenso wie in Orgel- und Kammermusik. Im 19. Jahrhundert wird die Darstellung ländlicher Natur zu einem bedeutenden Thema der Instrumentalmusik, und pastorale Merkmale erscheinen in Sinfonien und Programmmusik.
Die Pastorale stellt ländliches Leben dar, oft mit Bordunbässen, wiegenden Rhythmen und Holzbläsern, die Schalmei und Hirtenflöte nachahmen. In der Weihnachtsmusik des Barock ist sie verbreitet, weil sie an die Hirten von Bethlehem erinnert, etwa bei Corelli und Bach. Beethovens sechste Sinfonie trägt den Beinamen Pastorale. Häufig steht sie im 6/8- oder 12/8-Takt. Händel nennt so die Pifa im Messias.
Spielpraxis
Halte den wiegenden Rhythmus gleichmäßig und leicht. Lass den Bordunbass ruhig tragen, ohne ihn zu betonen. Spiele die Melodie schlicht und gesanglich. Und nimm das Tempo ruhig — eine Pastorale schildert Frieden, nicht Bewegung.