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Vortrag

Dolce

Dolce (italienisch „süß“) ist in der Musik eine Vortragsbezeichnung und heißt „sanft, weich, lieblich“. Sie beschreibt den Klang, nicht eine feste Lautstärke: Das Wort kann neben einem Dynamikzeichen wie p stehen.

Bedeutung
sanft, weich, lieblich
Sprache
Italienisch, von lateinisch „dulcis“
Betrifft
den Klang und Charakter, nicht das Tempo
Steht oft neben
Piano
Verwandt
Legato

Sanft und weich

„Dolce“ ist das italienische Wort für „süß“ und geht auf das lateinische „dulcis“ zurück. Als Vortragsbezeichnung wird es mit „sanft, weich, lieblich“ übersetzt. Die Angabe betrifft den Klang: Der Ton soll weich ansetzen und ohne Härte klingen. Die Musikbedeutung wird etwas verschieden gefasst: einerseits „sanft, weich, lieblich“, andererseits eine Stelle, die leise und zart gespielt wird. Eine feste Lautstärke legt das Wort selbst nicht fest.

Forte, dann p mit dolce

4 4 f p dolce

Die ersten sechs Noten stehen im Forte. Mit der siebten Note beginnt ein neuer Abschnitt: Dort stehen p und das Wort „dolce“.

Dolce und Crescendo gehen zusammen

3 4 p mp dolce

Das Wort steht am ersten Ton, die Gabel wächst über die ersten drei Noten, ab der vierten Note gilt mp. „Dolce“ verbietet also kein Crescendo; es bleibt weich, auch wenn es lauter wird.

Dolce im Notenbild

Das Wort steht kursiv unter oder über dem System, an der Stelle, an der der weiche Abschnitt beginnt. In den drei Blättern aus dem Archiv fällt auf, wie unterschiedlich der Zusammenhang ist.

Klavier

Gitarre

Gesang und Klavier

Bei Kuhlau markiert „dolce“ einen neuen Abschnitt, in dem zugleich p steht. Bei Horetzky folgt es auf eine Fermate und einen Abschnitt mit „rit:“, die Musik beginnt danach neu und weich. Bei Fauré steht es am Einsatz der Singstimme, zusammen mit einer Crescendogabel.

Dolce und piano

Piano ist ein Dynamikzeichen und nennt eine Lautstärke, dolce nennt den Charakter. Bei Kuhlau stehen beide am selben Ton, bei Fauré steht dolce zu einer Gabel, in der der Ton also lauter wird. Wer nur „leise“ liest, spielt zwar die richtige Dynamik, aber noch nicht den gemeinten Klang.

Zum Üben: Spiele eine Phrase zuerst nur piano und danach piano und dolce. Beim zweiten Mal sollen die Töne weicher ansetzen und ohne Akzent verbunden sein. Prüfe, ob du dabei wirklich nicht leiser geworden bist, sondern anders klingst.

Häufige Fehler

  • Dolce mit piano gleichsetzen: Das Wort beschreibt vor allem den Klang; die Lautstärke gibt das Dynamikzeichen an.
  • Zu schwach spielen: Weich heißt nicht kraftlos; der Ton soll tragen.
  • Zu lange festhalten: Die Angabe gilt ab der Stelle, an der sie steht, bis der Charakter wechselt.