Dolce
Dolce (italienisch „süß“) ist in der Musik eine Vortragsbezeichnung und heißt „sanft, weich, lieblich“. Sie beschreibt den Klang, nicht eine feste Lautstärke: Das Wort kann neben einem Dynamikzeichen wie p stehen.
Sanft und weich
„Dolce“ ist das italienische Wort für „süß“ und geht auf das lateinische „dulcis“ zurück. Als Vortragsbezeichnung wird es mit „sanft, weich, lieblich“ übersetzt. Die Angabe betrifft den Klang: Der Ton soll weich ansetzen und ohne Härte klingen. Die Musikbedeutung wird etwas verschieden gefasst: einerseits „sanft, weich, lieblich“, andererseits eine Stelle, die leise und zart gespielt wird. Eine feste Lautstärke legt das Wort selbst nicht fest.
Forte, dann p mit dolce
Die ersten sechs Noten stehen im Forte. Mit der siebten Note beginnt ein neuer Abschnitt: Dort stehen p und das Wort „dolce“.
Dolce und Crescendo gehen zusammen
Das Wort steht am ersten Ton, die Gabel wächst über die ersten drei Noten, ab der vierten Note gilt mp. „Dolce“ verbietet also kein Crescendo; es bleibt weich, auch wenn es lauter wird.
Dolce im Notenbild
Das Wort steht kursiv unter oder über dem System, an der Stelle, an der der weiche Abschnitt beginnt. In den drei Blättern aus dem Archiv fällt auf, wie unterschiedlich der Zusammenhang ist.
Klavier
-
Sonatine C-Dur, 1. Satz: Allegro Friedrich Kuhlau, op. 20 Nr. 1 · Klavier · 2 Seiten
Auf Seite 1 steht im System ab Takt 17 unter der ersten Note der rechten Hand „p“ und darunter „dolce“ (kursiv), 4/4-Takt, ohne Vorzeichen. Ein zweites „dolce“ steht in Takt 32, direkt hinter dem Wiederholungszeichen. Dazwischen steht in Takt 24 ein f.
Gitarre
-
An Alexis Felix Horetzky, Nr. 48 · Deutsche Weise, Satz für Gitarre · 1 Seite
„Andantino“, 3/4-Takt, zwei Kreuze, mit Akkordsymbolen. In Takt 12 steht eine Fermate, danach in Takt 13 auf der dritten Zählzeit unter dem System „dolce.“ (kursiv). Der Abschnitt davor enthält ein „rit:“; in Takt 18 steht sf.
Gesang und Klavier
-
Après un rêve Gabriel Fauré · Gesang und Klavier, mit Akkorden für Gitarre · 2 Seiten
„Andantino“, 3/4-Takt, drei ♭. Im Klavier steht pp, die Singstimme setzt in Takt 2 ein: Über dem ersten Ton steht „dolce“ (kursiv), dahinter eine Crescendogabel.
Bei Kuhlau markiert „dolce“ einen neuen Abschnitt, in dem zugleich p steht. Bei Horetzky folgt es auf eine Fermate und einen Abschnitt mit „rit:“, die Musik beginnt danach neu und weich. Bei Fauré steht es am Einsatz der Singstimme, zusammen mit einer Crescendogabel.
Dolce und piano
Piano ist ein Dynamikzeichen und nennt eine Lautstärke, dolce nennt den Charakter. Bei Kuhlau stehen beide am selben Ton, bei Fauré steht dolce zu einer Gabel, in der der Ton also lauter wird. Wer nur „leise“ liest, spielt zwar die richtige Dynamik, aber noch nicht den gemeinten Klang.
Häufige Fehler
- Dolce mit piano gleichsetzen: Das Wort beschreibt vor allem den Klang; die Lautstärke gibt das Dynamikzeichen an.
- Zu schwach spielen: Weich heißt nicht kraftlos; der Ton soll tragen.
- Zu lange festhalten: Die Angabe gilt ab der Stelle, an der sie steht, bis der Charakter wechselt.
Weiter auf Maikstrings
Verwandte Begriffe
PianoPianissimoLegatoCrescendoDynamikMezzoforteForteTempo
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
← Zurück zum Glossar