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Form

Sarabande

Langsamer, gravitätischer Tanz im Dreiertakt; fester Satz der Barocksuite.

Was es bedeutet

Die Sarabande ist ein langsamer, feierlich-getragener Tanz im Dreiertakt. Sie zählt neben Allemande, Courante und Gigue zu den vier festen Sätzen der Barocksuite und steht dort meist an dritter Stelle.

Ihr Grundcharakter ist Würde und Schwere: Die Musik schreitet eher, als dass sie tänzerisch fließt, mit breiten, oft akkordisch verdichteten Notenwerten.

Im Notenbild

Kennzeichnend ist die Betonung der zweiten Zählzeit im Dreiertakt, oft durch einen längeren Notenwert oder einen Vorhalt hervorgehoben, wodurch der Takt seine übliche Schwerpunktverteilung verliert und schwerer wirkt.

Musikalische Verwendung

Die Sarabande entstand vermutlich im 16. Jahrhundert in Spanien oder in den spanischen Kolonien Lateinamerikas als schneller, teils als anstößig geltender Tanz und wurde später am französischen Hof zu einem langsamen, zeremoniellen Stück umgeformt. In dieser gewandelten Form wurde sie fester Bestandteil der Instrumentalsuite des 17. und 18. Jahrhunderts, etwa bei Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und François Couperin.

Innerhalb der Suite steht die Sarabande als ruhiger, introvertierter Kontrast zwischen der bewegteren Courante und der lebhaften Gigue; sie gilt vielen als der emotionale Mittelpunkt des Werks.

Abzugrenzen ist die Sarabande von der Courante, die trotz ähnlicher Satzstellung deutlich beweglicher und rhythmisch komplexer ist, sowie vom Menuett, das erst später populär wurde und einen leichteren, geselligeren Charakter hat.

Spielpraxis

Nimm dir für die Sarabande bewusst Zeit: Ein zu gleichmäßiges, hastiges Spiel nimmt ihr die Schwere. Arbeite die Betonung der zweiten Zählzeit heraus, ohne den Grundpuls zu verlieren, und lass Akkordtöne eher voll aushalten als abzustoßen.