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Form

Allemande

Mäßig bewegter Tanz im geraden Takt; meist erster Satz der Barocksuite.

Was es bedeutet

Die Allemande, wörtlich „die Deutsche“, ist ein mäßig bewegter Tanz im geraden Takt, der im Barock zum festen Bestandteil der Instrumentalsuite wurde. Sie eröffnet in der klassischen Suitenfolge meist den Zyklus und geht in Tempo und Charakter den schnelleren Tänzen wie Courante, Sarabande und Gigue voraus.

Charakteristisch ist ihr Beginn mit einem kurzen Auftakt, meist einer einzelnen Note oder einer kleinen Notengruppe vor dem ersten vollen Takt, sowie eine durchgehend fließende, oft polyphon geführte Stimmführung ohne ausgeprägte tänzerische Sprünge.

Musikalische Verwendung

In der Barocksuite folgt die Allemande der Grundfolge Allemande – Courante – Sarabande – Gigue, wobei zwischen Sarabande und Gigue häufig weitere, sogenannte galante Sätze wie Menuett, Gavotte oder Bourrée eingeschoben werden. Die Allemande selbst bleibt dabei meist ohne solche Zwischensätze.

Trotz ihres Tanznamens war die Allemande in der Kunstmusik des 17. und 18. Jahrhunderts längst kein Tanz zum Mittanzen mehr, sondern eine stilisierte Instrumentalform, die den ursprünglichen Tanzcharakter nur noch im Metrum und im ruhigen Grundtempo bewahrte.

Bekannte Beispiele finden sich in den Suiten und Partiten von Johann Sebastian Bach, dessen Allemande-Sätze oft eine dichte, imitatorische Stimmführung mit durchlaufenden Sechzehntelbewegungen aufweisen.

Spielpraxis

Spiele den Auftakt klar, aber unaufdringlich an, sodass er organisch in den ersten vollen Takt übergeht. Halte das Tempo ruhig und gleichmäßig und gestalte die fließenden Linien mit sanften dynamischen Bögen statt scharfer Akzente, um den gemessenen, fast schreitenden Charakter zu wahren.