Sitar
Nordindische Langhalslaute mit beweglichen Bünden und Resonanzsaiten.
Was es bedeutet
Die Sitar ist eine nordindische Langhalslaute mit einem langen, breiten Hals, einem großen Kürbis- oder Holzresonanzkörper und beweglichen, gebogenen Metallbünden. Sie besitzt einige Melodie- und Bordunsaiten, die gezupft werden, und darunter eine Reihe von Resonanzsaiten, die nicht gespielt werden, sondern mitschwingen.
Die beweglichen Bünde erlauben es, die Töne zu verändern und Töne zu ziehen, also die Saite seitlich zu dehnen und so die Tonhöhe gleitend zu erhöhen.
Musikalische Verwendung
In der klassischen hindustanischen Musik trägt die Sitar Ragas, melodische Modelle, die über einem gleichbleibenden Bordun entfaltet werden, meist begleitet von der Tabla. Ein Vortrag beginnt gewöhnlich mit einem freien, rhythmuslosen Einleitungsteil und steigert sich allmählich zu rhythmisch bestimmten Abschnitten.
Im Westen wurde die Sitar in den 1960er-Jahren durch Ravi Shankar und durch Popmusiker, die sie in ihre Aufnahmen einbezogen, weithin bekannt.
Abzugrenzen ist die Sitar von der Sarod, einer anderen nordindischen Laute ohne Bünde und mit Metallgriffbrett, sowie von der Tanpura, die nur den Bordun liefert und keine Melodie spielt.
Spielpraxis
Als Lernende oder Lernender beginne mit einfachen Tonleiterübungen und dem sauberen Ziehen einzelner Töne. Höre viel klassische Musik, denn der Vortrag beruht auf Ragas, deren Charakter und Tonfolge du hörend verinnerlichen musst.