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Form

Sonata da chiesa

Barocke Kirchensonate mit ernsten, nicht tanzartigen Sätzen, im Unterschied zur Sonata da camera.

Was es bedeutet

Die Sonata da chiesa („Kirchensonate“) ist ein Werktyp des Barock für wenige Instrumente, meist zwei Melodieinstrumente und Basso continuo. Ihre Sätze sind ernst gehalten und nicht an Tänze gebunden; sie folgen häufig der Abfolge langsam – schnell – langsam – schnell.

Im Zentrum stehen oft ein fugierter, kontrapunktisch gearbeiteter schneller Satz und ein getragener, ausdrucksvoller langsamer Satz.

Musikalische Verwendung

Die Kirchensonate wurde im 17. Jahrhundert in Italien entwickelt und steht in enger Beziehung zur Kirchenmusik, wo sie etwa anstelle eines Gesangsstücks im Gottesdienst erklingen konnte. Zu ihren bekanntesten Vertretern zählt Arcangelo Corelli.

Die Trennung von der Kammersonate war nie streng, und später verschwimmen die Merkmale; im 18. Jahrhundert geht der Typ in die frühe klassische Sonate und in die Sinfonie über.

Abzugrenzen ist die Sonata da chiesa von der Sonata da camera, die aus Tanzsätzen besteht, sowie von der Fuge, die nur ein einzelnes Satzmodell ist und nicht selbst ein mehrsätziger Werktyp.

Spielpraxis

Gestalte die schnellen Sätze mit klarer Stimmführung, sodass die einzelnen Einsätze der Fuge hörbar bleiben. Nimm die langsamen Sätze getragen, aber mit innerer Bewegung, statt sie einfach langsam zu spielen.