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Notation

Spatium

Zwischenraum der Notenlinien.

Was es bedeutet

Spatium — lateinisch „Zwischenraum" — bezeichnet den Raum zwischen zwei Notenlinien. Zusammen mit den Linien bildet er das Raster der Tonhöhen: Linie und Zwischenraum wechseln einander ab und bezeichnen aufeinanderfolgende Stammtöne. Ein Notenkopf im Zwischenraum ist damit ebenso genau bestimmt wie einer auf einer Linie; beide sind gleichrangige Positionen im System.

Im Notenbild

Das fünflinige System enthält vier Zwischenräume, gezählt wie die Linien von unten nach oben. Hinzu kommen der Raum unter der untersten und über der obersten Linie sowie alle weiteren, die sich mit Hilfslinien ergeben. Der Abstand zwischen zwei Linien ist zugleich die Maßeinheit des Notensatzes: Kopfgröße, Halslänge, Größe der Vorzeichen und Abstände richten sich danach. Die vierlinige Quadratnotation des liturgischen Gesangs hat entsprechend drei Zwischenräume.

Musikalische Verwendung

Für das Lesen ist der Wechsel von Linie und Zwischenraum die eigentliche Rechenhilfe: Zwei benachbarte Positionen ergeben eine Sekunde, zwei Linien nacheinander eine Terz, Linie zu übernächster Linie eine Quinte. Wer diese Muster im Blick hat, liest Intervalle als Bilder statt als Rechenaufgaben. In der Notationskunde alter Musik ist der Begriff zudem gebräuchlich, weil dort Positionen präzise benannt werden müssen — etwa bei der Beschreibung einer Neume oder einer Ligatur.

Das Fünfliniensystem hat vier Spatien; im Violinschlüssel liegen dort die Töne f', a', c'' und e''. Man merkt sich die Zwischenräume oft durch Merkworte. Die Stellung des Notenkopfs, auf der Linie oder im Zwischenraum, bestimmt die Tonhöhe. ## Spielpraxis

Übe das Erkennen von Intervallen am Bild: Kopf im Zwischenraum zu Kopf im nächsten Zwischenraum ist immer eine Terz, gleichgültig welche Töne gemeint sind. Nutze das bei Sprüngen, statt beide Töne einzeln zu benennen — greifen lässt sich ein Intervall schneller als zwei Namen. Wenn du selbst Noten schreibst, achte darauf, Köpfe eindeutig in den Zwischenraum oder auf die Linie zu setzen; eine Note dazwischen ist nicht lesbar.