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Form

Tornada

Schlussstrophe der Trobador-Lieder.

Was es bedeutet

Die Tornada ist die kurze Schlussstrophe in den Liedern der Trobadors, der Dichter-Sänger Südfrankreichs im 12. und 13. Jahrhundert. Sie ist kürzer als die übrigen Strophen und nimmt in der Regel deren letzte Verse in Reim und Maß wieder auf. Das Wort bedeutet etwa „Wendung" oder „Rückkehr".

Musikalische Verwendung

Inhaltlich richtet sich die Tornada häufig an eine bestimmte Person — an die besungene Dame, oft unter einem Decknamen, an einen Gönner oder an den Vortragenden, der das Lied überbringen soll. Sie bildet damit eine Art Widmung oder Nachschrift, die das Lied aus dem allgemeinen Zusammenhang in eine persönliche Beziehung überführt.

Musikalisch wurde die Tornada vermutlich auf die Melodie des Schlusses der vorangehenden Strophen gesungen, da sie deren Verse aufnimmt. Die Melodien der Trobadorlieder sind nur zum Teil überliefert und in Notationen, die keine eindeutigen Angaben über den Rhythmus machen; die Frage, wie sie tatsächlich vorgetragen wurden, wird in der Forschung verschieden beantwortet. Für die Tornada gilt das entsprechend.

Verwandte Schlussformen gab es auch in anderen Dichtungstraditionen des Mittelalters; im Nordfranzösischen spricht man vom envoi, der ähnliche Aufgaben erfüllt.

Abzugrenzen ist die Tornada vom Abgesang der deutschen Barform, der den zweiten Teil einer einzelnen Strophe bildet, während die Tornada eine eigene, verkürzte Strophe am Ende des ganzen Liedes ist.

Die Tornada ist bei den Trobadors meist kürzer als die übrigen Strophen und wiederholt Reim und Melodie ihrer letzten Verse. Sie richtet sich oft an einen Adressaten, einen Gönner oder die besungene Dame, die häufig unter einem Decknamen genannt wird. So bildet sie einen persönlichen Abschluss des Liedes. ## Spielpraxis

Wenn du ein Trobadorlied vorträgst, gestalte die Tornada als Nachwort: kürzer, persönlicher, mit anderem Ton als die vorangehenden Strophen. Sieh dir die Übertragung und den Kommentar deiner Ausgabe an; die rhythmische Deutung der Melodie ist eine Entscheidung des Herausgebers, keine gesicherte Überlieferung.