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Form

Virelai

Mittelalterliche französische Liedform.

Was es bedeutet

Das Virelai ist eine feste Liedform der französischen Musik des Mittelalters. Ihr Bau beruht auf einem Refrain, der am Anfang steht, nach der Strophe wiederkehrt und das Lied beschließt. Die Strophe besteht aus zwei gleich gebauten Teilen und einem dritten, der in Bau und Melodie dem Refrain entspricht, sodass dieser sich anschließen kann. Zusammen mit Ballade und Rondeau gehört das Virelai zu den formes fixes, den festen Formen, die die weltliche Liedkunst des 14. und 15. Jahrhunderts bestimmen.

Musikalische Verwendung

Diese Formen sind Muster, die Text und Musik zugleich regeln: Reimschema, Zeilenzahl und melodische Wiederholung greifen ineinander. Für den Komponisten bedeutet das eine Vorgabe, innerhalb deren gestaltet wird — ähnlich wie später bei festen Formen der Instrumentalmusik. Das Virelai kann ein- oder mehrstimmig gesetzt sein; überliefert sind beide Möglichkeiten. Mit dem 15. Jahrhundert verlieren die festen Formen an Bedeutung, und freier gebaute Lieder treten an ihre Stelle. Verwandte Bauprinzipien mit Refrain begegnen in vielen anderen Musikkulturen. Es blühte im 14. Jahrhundert als eine der formes fixes.

Spielpraxis

Verschaffe dir zuerst Klarheit über den formalen Ablauf und schreibe die Folge von Refrain und Strophenteilen auf; Fehler entstehen fast immer an den Wiederholungsstellen. Gestalte den Refrain in Tempo und Charakter stabil, damit er als Fixpunkt wirkt. Geht vom französischen Text aus: Betonung und Versmaß geben die musikalische Gliederung. Kläre Besetzung und Begleitung als bewusste Entscheidung, da die Quellen darüber wenig sagen. Singe schlicht und mit ruhiger Tongebung.

die festen Formen Text und Musik zugleich regeln: Reimschema, Zeilenzahl und melodische Wiederholung greifen ineinander, und wer die Form nicht kennt, spielt oder singt falsche Wiederholungen. Schreibe den Ablauf auf, bevor du beginnst. Geht vom französischen Text aus. Guillaume de Machaut ist ihr wichtigster Komponist. Prüfe, ob deine Ausgabe den Ablauf ausschreibt oder mit Verweisen arbeitet, weil dabei Fehler entstehen.