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Instrument

Äolsharfe

Saiteninstrument, dessen Saiten vom Wind zum Klingen gebracht werden.

Was es bedeutet

Die Äolsharfe ist ein Saiteninstrument, das nicht von Menschenhand gespielt wird: Der Wind selbst regt ihre Saiten zum Klingen an. Benannt ist sie nach Äolus, dem Herrscher der Winde in der griechischen Mythologie.

Sie besteht aus einem länglichen, meist hölzernen Resonanzkasten mit mehreren gleich gestimmten, aber unterschiedlich dicken Saiten, die über zwei Stege gespannt sind. Setzt man das Instrument dem Wind aus, etwa in einem geöffneten Fenster, versetzt der Luftstrom die Saiten in Schwingung.

Musikalische Verwendung

Anders als bei gezupften oder gestrichenen Saiten schwingen die Saiten der Äolsharfe nicht in ihrer Grundfrequenz, sondern vor allem in ihren Obertönen. Da die Windstärke ständig wechselt, verändert sich auch die Klangfarbe fortlaufend, von leisem Summen bis zu voll klingenden Obertonmischungen.

Bekannt wurde das Instrument im 17. und 18. Jahrhundert in England, wo es in Gärten und an Fenstern aufgestellt wurde. In der Literatur und Musik der Romantik avancierte die Äolsharfe zum Sinnbild einer von selbst, ohne menschliches Zutun entstehenden Naturmusik; Dichter griffen das Bild wiederholt auf.

Abzugrenzen ist die Äolsharfe von einer gewöhnlichen Harfe, die durch Zupfen der Saiten mit den Fingern gespielt wird und über eine feste Stimmung mit unterscheidbaren Einzeltönen verfügt. Die Äolsharfe dagegen erzeugt keine gezielt spielbaren Töne, sondern einen sich ständig wandelnden Klangteppich.

Heute wird das Prinzip der Äolsharfe auch außerhalb der klassischen Bauform aufgegriffen, etwa in Klanginstallationen und Skulpturen im öffentlichen Raum, die großformatige Saiten oder Rohre dem Wind aussetzen. Der Grundgedanke bleibt derselbe: Klang entsteht ohne bewusste Spielhandlung, allein aus der Bewegung der Luft.

Weitere Bezeichnungen

Die Äolsharfe wird auch Windharfe genannt.

Spielpraxis

Stelle die Äolsharfe an einen Ort mit gleichmäßigem, nicht zu starkem Luftzug, etwa ein leicht geöffnetes Fenster; zu starker Wind übersteuert den Klang, zu schwacher lässt die Saiten verstummen. Höre bewusst auf die wechselnden Obertöne statt auf einzelne Töne und lass dich auf die Unvorhersehbarkeit des Klangs ein, denn sie macht den eigentlichen Reiz des Instruments aus.