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Form

Air

Liedhafte Melodie; in der Suite ein gesanglicher, meist ruhiger Satz.

Was es bedeutet

Air, aus dem Französischen und Englischen für „Lied“ oder „Melodie“, bezeichnet allgemein eine liedhafte, gesanglich geprägte Melodie. In der Instrumentalmusik des Barock und der Klassik ist ein Air meist ein eigenständiger Satz mit ruhigem Charakter und einer klar gesanglichen, oft symmetrisch gebauten Melodielinie, im Unterschied zu den Tanzsätzen einer Suite.

Im Notenbild

Ein Air steht meist in einem gemäßigten Tempo und in klar gegliederten Phrasen, häufig in zweiteiliger Form mit Wiederholungen, wie sie auch in den umgebenden Tanzsätzen einer Suite üblich sind. Die Bezeichnung erscheint als Satztitel über dem Notensystem.

Musikalische Verwendung

In der barocken Instrumentalsuite dient das Air häufig als ruhiger, liedhafter Kontrast zwischen den schnelleren Tanzsätzen wie Gigue, Bourrée oder Menuett. Ein bekanntes Beispiel ist das „Air“ aus Johann Sebastian Bachs Orchestersuite Nr. 3 in D-Dur, das durch die spätere Bearbeitung für Violine und Klavier auch als „Air on the G String“ bekannt wurde.

Über die Instrumentalmusik hinaus findet sich die Bezeichnung Air auch in der Vokalmusik, etwa in der englischen Liedtradition und in Opern und Oratorien, wo sie eine gesangliche, arienhafte Nummer bezeichnet.

Spielpraxis

Wenn du ein Air spielst, achte besonders auf einen fließenden, gesanglichen Bogen der Melodie und ein ruhiges, gleichmäßiges Tempo. Behandle die Phrasen wie gesungene Zeilen, mit natürlichen Atempausen, statt sie instrumental-technisch zu zerteilen.