Balafon
Westafrikanisches Xylophon mit Kalebassen als Resonatoren.
Was es bedeutet
Das Balafon ist ein westafrikanisches Xylophon: eine Reihe gestimmter Holzstäbe, die über einzelnen Kalebassen (getrockneten Flaschenkürbissen) als Resonatoren angeordnet sind und mit Schlägeln angeschlagen werden. Es gehört zu den ältesten heute noch gespielten Instrumenten der Welt und wird der Gründungszeit des mittelalterlichen Malireichs im 13. Jahrhundert zugeschrieben.
Jede Kalebasse ist auf den Ton des darüberliegenden Holzstabs abgestimmt und verstärkt dessen Klang. In die Wand vieler Kalebassen ist zusätzlich ein kleines Loch geschnitten, das mit einer dünnen Membran aus Spinnenseide oder Zigarettenpapier bespannt ist; sie gerät beim Anschlagen des Stabs in Schwingung und verleiht dem Ton eine charakteristische, leicht schnarrende Färbung.
Musikalische Verwendung
Das Balafon ist eng mit der Mande-Kultur Westafrikas verbunden, insbesondere mit den Malinke, und heute vor allem in Mali, Guinea, Burkina Faso und angrenzenden Ländern verbreitet. Traditionell wird es von Griots gespielt, den Musikern, Geschichtenerzählern und Bewahrern mündlicher Überlieferung in westafrikanischen Gesellschaften.
Abzugrenzen ist das Balafon von der Marimba, die sich aus ihm entwickelt hat, sowie von anderen afrikanischen Lamellophonen wie der Kalimba, die keine Stäbe, sondern gezupfte Metall- oder Holzzungen verwendet.
Spielpraxis
Halte die Schlägel locker im Handgelenk und lass sie nach dem Anschlagen von der Stabmitte abprallen, damit der Ton frei ausklingen kann. Achte auf die Position der Kalebassen unter den Stäben: Verrutschen sie, verändert sich der schnarrende Nebenklang, der für den typischen Balafon-Klang mitverantwortlich ist.