Griot
Westafrikanischer Berufsmusiker und Geschichtenerzähler, der Wissen mündlich über Generationen weitergibt.
Was es bedeutet
Ein Griot ist ein westafrikanischer Berufsmusiker, Dichter und Geschichtenerzähler. Griots bewahren die Geschichte von Herrscherhäusern, Familien und Völkern und geben dieses Wissen mündlich von Generation zu Generation weiter. Sie gehören traditionell einer eigenen, erblichen Berufsgruppe an, in der Musik und Sprache gemeinsam gepflegt werden.
Musikalische Verwendung
In den Mande-Kulturen Westafrikas, etwa in Mali, Guinea und Senegal, nennt man Griots auch „Jeli“ oder „Jali“. Sie begleiten ihre Erzählungen und Preislieder mit Instrumenten wie der Stegharfe Kora, dem Xylophon Balafon oder der Laute Ngoni. Berühmt ist das Epos von Sundiata, dem Gründer des Mali-Reiches, das Griots über Jahrhunderte mündlich überlieferten. Griots singen bei Festen, Hochzeiten und Zeremonien und wirken als Vermittler, Berater und Bewahrer der Erinnerung.
Abzugrenzen ist der Griot vom europäischen Minnesänger oder Spielmann, mit dem er die Rolle als Dichter-Musiker teilt, der aber in ein anderes gesellschaftliches System eingebunden war. Auch vom reinen Instrumentalisten unterscheidet er sich, weil die gesprochene und gesungene Überlieferung im Mittelpunkt steht.
Spielpraxis
Höre Griot-Musik zuerst auf die Verbindung von Sprache und Instrument: Die Kora begleitet nicht nur, sondern antwortet dem Gesang. Wenn du selbst versuchst, solche Musik zu spielen, lerne die Muster mündlich durch Zuhören und Nachspielen und übernimm die Haltung, dass Musik Geschichte weitergibt.