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Theorie

Cambiata

Unvorbereitete, sprunghaft aufgelöste Wechselnote in der kontrapunktischen Satztechnik.

Was es bedeutet

Die Cambiata, auch Wechselnote genannt, ist eine Dissonanz, die in der kontrapunktischen Satzlehre keine Vorbereitung durch einen konsonanten Vorklang benötigt. Sie entsteht typischerweise, wenn eine Stimme stufenweise abwärts zu einem dissonanten Ton geht, von dort einen Terzsprung abwärts vollzieht und danach stufenweise zur eigentlich erwarteten Auflösungsnote weiterschreitet.

Musikalische Verwendung

Kontrapunktiker der Renaissance und des Barock zählten die Cambiata zu den wenigen Ausnahmen von der Regel, dass jede Dissonanz vorbereitet und stufenweise aufgelöst werden müsse. Ihr charakteristischer Terzsprung nach der Dissonanz unterscheidet sie von einfachen Durchgangs- und Wechselnoten, die stets stufenweise geführt werden.

Abzugrenzen ist die Cambiata vom Vorhalt, der stets vorbereitet wird und sich meist stufenweise abwärts auflöst, während die Cambiata unvorbereitet auftritt und über den Terzsprung einen für den strengen Satz ungewöhnlichen Weg zur Auflösung nimmt.