Wechselnote
Akkordfremder Hilfston.
Was es bedeutet
Eine Wechselnote ist ein akkordfremder Ton, der einen Akkordton schrittweise verlässt und schrittweise zu ihm zurückkehrt. Sie umspielt ihn also, ohne die Linie weiterzuführen — darin liegt ihr Unterschied zur Durchgangsnote, die in derselben Richtung weitergeht, und zur Échappé, die den Ton schrittweise verlässt und dann in die Gegenrichtung springt.
Im Notenbild
Erkennbar ist sie an drei Tönen, von denen der erste und der dritte gleich sind und der mittlere einen Schritt darüber oder darunter liegt. Die obere Wechselnote liegt über dem Hauptton, die untere darunter; letztere wird häufig chromatisch erhöht, damit ein Halbtonschritt entsteht, was ein Versetzungszeichen nach sich zieht. Üblicherweise steht die Wechselnote auf einem leichten Taktteil. Wird der Hauptton von beiden Seiten umspielt, spricht man vom Doppelschlag, der zugleich als Verzierungsfigur mit eigenem Zeichen geschrieben werden kann.
Musikalische Verwendung
Wechselnoten beleben eine Linie, ohne sie fortzuführen: Sie halten einen Ton in Bewegung und verzögern seine Wiederkehr. In Begleitfiguren, Umspielungen und Verzierungen gehören sie zum Grundbestand. Im Generalbass werden sie nicht beziffert, weil sie die Harmonie nicht verändern — der Akkord bleibt derselbe.
Abzugrenzen ist die Wechselnote vom Vorhalt, mit dem sie gelegentlich verwechselt wird: Der Vorhalt steht auf einem betonten Taktteil, wird liegen gelassen oder angesprungen und löst sich schrittweise auf; die Wechselnote steht unbetont und kehrt zum Ausgangspunkt zurück. Der Unterschied ist hörbar — der Vorhalt erzeugt Spannung, die Wechselnote Bewegung.
Englisch heißt sie neighbor tone. Sie steht meist auf unbetonter Zeit. Im strengen Satz steht sie auf unbetonter Zeit und bewegt sich schrittweise.
Spielpraxis
Spiele Wechselnoten leicht und ohne Betonung; das Gewicht bleibt beim Hauptton, zu dem sie zurückführen. Achte bei unteren Wechselnoten auf die Intonation, wenn sie chromatisch erhöht sind — sie wollen eng an den Hauptton genommen werden. Und behandle Umspielungen als eine Bewegung, nicht als Folge einzelner Töne.