Concertante
Konzertierend, solistisch hervortretend.
Was es bedeutet
Concertante, vom italienischen concertare (wetteifern, zusammenwirken), bezeichnet eine Spielweise, bei der eine oder mehrere Stimmen solistisch aus dem Orchestersatz heraustreten, ohne dass ein einzelnes Instrument die alleinige Führungsrolle eines klassischen Solokonzerts übernimmt. Der Begriff bezeichnet zugleich eine eigene Gattung, die Sinfonia concertante, in der zwei oder mehr Soloinstrumente miteinander und mit dem Orchester im Wechsel musizieren.
Musikalische Verwendung
Concertante Abschnitte finden sich in Symphonien und Kammermusik, wenn einzelne Stimmen kurzzeitig solistisches Gewicht erhalten, etwa in langsamen Sätzen mit hervortretender Bläser- oder Streicherstimme. Als Gattung erlebte die Sinfonia concertante ihre Blütezeit im späten 18. Jahrhundert, unter anderem bei Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Sinfonia concertante für Violine und Viola KV 364 zu den bekanntesten Beispielen zählt.
Abzugrenzen ist die concertante Schreibweise vom klassischen Solokonzert, in dem ein einzelner Solist dem gesamten Orchester gegenübersteht, sowie vom Concerto grosso des Barock, bei dem eine feste kleine Solistengruppe, das Concertino, dem vollen Orchester, dem Ripieno, gegenübertritt.
Spielpraxis
Höre in concertanten Passagen bewusst darauf, wie sich Solostimme und Orchester gegenseitig Raum geben: Als Solist oder Solistin in einer Sinfonia concertante ist Zusammenspiel mit dem oder den Mitsolisten ebenso wichtig wie das eigene virtuose Hervortreten.