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Jazz

Cool Jazz

Zurückhaltender, kammermusikalischer Jazzstil um 1950 (Miles Davis, Gerry Mulligan).

Was es bedeutet

Cool Jazz ist ein Jazzstil, der um 1949/50 vor allem in New York und später Kalifornien entstand und sich durch weiche, zurückhaltende Klangfarben, gemäßigte Tempi und durchdachte, kammermusikalisch gearbeitete Arrangements auszeichnet. Er entwickelte sich als Gegenbewegung zur nervösen Intensität und den hohen Tempi des Bebop.

Musikalische Verwendung

Prägend war das von Miles Davis geleitete Nonett, dessen Aufnahmen von 1949/50 später unter dem Titel Birth of the Cool veröffentlicht wurden und Arrangements mit ungewöhnlichen Bläserbesetzungen wie Waldhorn und Tuba nutzten. Weitere zentrale Figuren waren Gerry Mulligan, dessen pianoloses Quartett mit Chet Baker Ende der 1940er und in den 1950er Jahren große Bekanntheit erlangte, sowie zahlreiche an der amerikanischen Westküste ansässige Musiker, deren Stil auch als West Coast Jazz bekannt wurde.

Abzugrenzen ist Cool Jazz vom Bebop, dessen schnelle, virtuose Improvisationslinien und scharfe Akzente er durch längere, gesangliche Phrasen und einen helleren, leiseren Gesamtklang ersetzt. Klanglich unterscheidet er sich zudem vom später aufkommenden Hard Bop, der als Reaktion auf den Cool Jazz wieder zu einer bluesnäheren, rhythmisch schärferen Spielweise zurückkehrte.

Spielpraxis

Wenn du im Stil des Cool Jazz spielst oder improvisierst, achte auf einen weichen, kontrollierten Ton und auf Phrasen, die eher singend als virtuos wirken. Lass dem Arrangement Raum: Cool Jazz lebt stärker von durchkomponierten Bläsersätzen und Klangfarben als von durchgehendem solistischem Feuerwerk.