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Geschichte

Eklektizismus

Bewusste oder unbewusste Übernahme fremder Stilelemente, ohne sie zu einem eigenständigen persönlichen Stil zu verschmelzen.

Was es bedeutet

Eklektizismus bezeichnet in der Musik die Übernahme von Stilelementen unterschiedlicher Komponisten, Epochen oder Traditionen, ohne dass diese übernommenen Elemente zu einer eigenständigen, in sich stimmigen persönlichen Handschrift verschmelzen. Das Ergebnis wirkt oft wie eine Zusammenstellung bereits Bekannten, statt eine neue, unverwechselbare Klangsprache zu bilden.

Musikalische Verwendung

Der Vorwurf des Eklektizismus wurde in der Musikgeschichte häufig gegen Komponisten erhoben, deren Werke deutlich erkennbare, aber unverbundene Anleihen bei verschiedenen Vorbildern zeigen, etwa wenn ein Satz an Brahms, ein anderer an Wagner erinnert, ohne dass ein übergreifender eigener Ton entsteht. Umgekehrt wird produktive Stilsynthese, bei der unterschiedliche Einflüsse zu etwas Neuem verschmelzen, meist nicht als Eklektizismus, sondern als gelungene Aneignung oder Weiterentwicklung bezeichnet.

Abzugrenzen ist der Eklektizismus von der bewussten Stilkopie, die ein einzelnes historisches Vorbild gezielt und offen nachahmt, etwa in neoklassizistischen Werken, sowie vom Zitat, das einen konkreten, erkennbaren Ausschnitt eines fremden Werks bewusst und meist mit erkennbarer künstlerischer Absicht einsetzt, statt mehrere Stile diffus zu vermischen.

Spielpraxis

Höre beim Studium eines als eklektizistisch beschriebenen Werks gezielt darauf, welche unterschiedlichen Vorbilder in einzelnen Abschnitten anklingen, und frage dich, ob diese Einflüsse zu einer stimmigen Gesamtwirkung zusammenfinden oder eher lose nebeneinanderstehen. Vermeide bei eigenen Kompositionsversuchen ein unreflektiertes Aneinanderreihen fremder Stilelemente, indem du bewusst entscheidest, welche Anregungen du zu einer eigenen musikalischen Aussage weiterentwickeln möchtest.