Galanter Stil
Leichter, gefälliger Kompositionsstil etwa 1720–1770 zwischen Barock und Klassik.
Was es bedeutet
Der galante Stil ist ein Kompositionsstil, der etwa zwischen 1720 und 1770 verbreitet war und den Übergang vom Barock zur Klassik bildet. Er setzt auf leichte, gefällige und sangliche Melodien, klare Perioden und eine einfache, oft homophone Begleitung. Der Name kommt vom französischen „galant“ für höflich und weltgewandt.
Musikalische Verwendung
Der galante Stil entstand als Gegenbewegung zur dichten kontrapunktischen Schreibart des Hochbarock. Kennzeichnend sind regelmäßig gebaute Phrasen, häufige Kadenzen, Begleitfiguren wie der Alberti-Bass und ein Vorrang der Oberstimme. Vertreten wurde er unter anderem von Johann Christian Bach, Giovanni Battista Pergolesi und in Teilen von Georg Philipp Telemann und Johann Joachim Quantz. Aus ihm ging der klassische Stil von Haydn und Mozart hervor.
Abzugrenzen ist der galante Stil vom Barock, der mit dichtem Kontrapunkt und Generalbass arbeitet, und vom Empfindsamen Stil, der innerhalb derselben Zeit stärker den inneren Ausdruck und plötzliche Stimmungswechsel betont. Vom Vortragsbegriff „galant“, der einen anmutigen, höfischen Vortrag meint, ist er als Stilbegriff zu unterscheiden.
Spielpraxis
Spiele galante Musik mit leichtem Anschlag, klaren Phrasenenden und ohne schwere Akzente. Achte auf die Oberstimme, gestalte Verzierungen elegant und zurückhaltend, und halte die Begleitung ruhig, damit die Melodie tragen kann.