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Form

Ensalada

Mehrstimmige spanische Gattung des 16. Jahrhunderts mit komischem Charakter und mehrsprachigem Text, verwandt mit dem Quodlibet.

Was es bedeutet

Die Ensalada, spanisch für „Salat“, ist eine mehrstimmige weltliche Vokalgattung des 16. Jahrhunderts, die verschiedene Texte, Sprachen und musikalische Stile bunt durcheinandermischt, ähnlich den Zutaten eines Salats. Häufig wechseln innerhalb eines Stücks spanische, lateinische, italienische oder katalanische Textabschnitte einander ab, oft mit komischer oder satirischer Wirkung.

Musikalische Verwendung

Bekannt wurde die Ensalada vor allem durch den katalanischen Komponisten Mateo Flecha den Älteren, dessen Sammlung von Ensaladas im 16. Jahrhundert weite Verbreitung fand und häufig volkstümliche Melodien, Tanzrhythmen und zitierte Melodiefragmente zu einem dramaturgisch bewegten Ganzen verband. Die Gattung diente der Unterhaltung an weltlichen Höfen und griff dabei gern aktuelle, auch derbe oder komische Themen des Alltags auf.

Abzugrenzen ist die Ensalada vom verwandten Quodlibet, das ebenfalls unterschiedliches musikalisches Material kombiniert, aber ursprünglich im deutschsprachigen Raum verbreitet war und meist bekannte Melodien wörtlich zitierend miteinander verbindet. Von der italienischen Madrigalkomödie unterscheidet sich die Ensalada durch ihre spanische Herkunft und die oft noch deutlicher ausgeprägte sprachliche Mehrschichtigkeit.

Spielpraxis

Verfolge beim Hören einer Ensalada gezielt die Wechsel zwischen den verschiedenen Sprachabschnitten und musikalischen Stilen, da genau in diesen Übergängen der komische und überraschende Charakter der Gattung liegt. Wenn du eine Ensalada selbst aufführst, gestalte die einzelnen Abschnitte klanglich klar voneinander abgesetzt, etwa durch Tempo- oder Klangfarbenwechsel, um die collagenhafte Struktur des Stücks hörbar zu machen.