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Form

Epithalamion

Hochzeitslied bzw. Hochzeitsmusik, ein aus der Antike stammendes Gesangsgenre zu Ehren eines Brautpaares.

Was es bedeutet

Das Epithalamion, aus dem Griechischen für „am Brautgemach“, ist ein Hochzeitslied zu Ehren eines Brautpaares. Die Gattung stammt aus der Antike, in der solche Lieder vor dem Brautgemach oder beim Hochzeitszug gesungen wurden, und wurde später in Dichtung und Musik immer wieder aufgegriffen.

Musikalische Verwendung

In Renaissance und Barock entstanden Epithalamien als festliche Gelegenheitskompositionen, die Segenswünsche, Lob des Paares und die Freude der Gäste in Text und Musik verbinden, teils für Chor, teils für Solostimmen mit Instrumenten. Auch in späteren Epochen blieb die Hochzeitsmusik ein Anlass für festliche Vokal- und Instrumentalwerke, wobei der antike Gattungsname dann meist als bewusster Rückgriff auf die klassische Tradition verwendet wurde.

Abzugrenzen ist das Epithalamion vom Epicedium, dem Trauergesang, das den entgegengesetzten Anlass, den Tod, statt der Vermählung besingt. Von der liturgischen Trauungsmusik unterscheidet es sich dadurch, dass es meist weltlichen Charakter hat und als festlicher Beitrag zur Feier, nicht als Teil des kirchlichen Ritus gedacht ist.

Spielpraxis

Achte beim Studium eines Epithalamions auf die festliche Grundstimmung und gestalte den Vortrag mit klarem, strahlendem Klang und lebhaftem, aber nicht überhastetem Tempo. Lies zuvor den Text aufmerksam, denn er enthält meist Anspielungen auf das Paar oder auf antike Bilder der Liebe und Fruchtbarkeit, die deine Gestaltung einzelner Phrasen prägen können.