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Theorie

Euphonisch

Wohlklingend.

Was es bedeutet

Euphonisch heißt wohlklingend. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bezeichnet einen Klang, der als angenehm, glatt und in sich stimmig empfunden wird. Sein Gegenstück ist die Kakophonie, der Missklang. Beides sind Wertungen, keine messbaren Eigenschaften — was als wohlklingend gilt, hängt von Zeit, Stil und Gewöhnung ab.

Musikalische Verwendung

Ein akustischer Kern lässt sich gleichwohl benennen: Zusammenklänge mit einfachen Frequenzverhältnissen erzeugen weniger Schwebungen und werden deshalb als ruhiger empfunden — Oktave, Quinte und Terz gelten seit jeher als konsonant. Doch die Geschichte zeigt, wie beweglich die Grenze ist. Die Terz, heute Inbegriff des wohligen Klangs, galt im frühen Mittelalter als unvollkommene Konsonanz; der Dominantseptakkord, einst eine vorbereitungsbedürftige Dissonanz, wurde zum selbstverständlichen Bestandteil der Kadenz; Klänge, die dem 19. Jahrhundert als schroff galten, erscheinen heute mild.

Neben dem Zusammenklang wirken weitere Faktoren: die Lage — derselbe Akkord klingt in tiefer Lage dumpf und in mittlerer klar —, die Verteilung der Töne, die Klangfarbe der Instrumente, die Intonation. Ein Akkord mit ungünstig gesetzten Mittelstimmen klingt trüb, obwohl an seiner Zusammensetzung nichts auszusetzen ist.

Wohlklang kein Ziel an sich ist. Musik lebt vom Wechsel von Spannung und Lösung; ein durchgehend euphonischer Satz wirkt schnell fade. Die Dissonanz ist nicht das Misslungene, sondern das, was die Konsonanz überhaupt als Lösung hörbar macht.

Der Begriff wird selten als Fachterminus gebraucht, sondern beschreibend, etwa für einen Satz, der Reibungen meidet, oder für eine Stimmführung, die gut singbar bleibt. Als Gegenbegriff dient kakophonisch. Was als wohlklingend empfunden wird, ist dabei nicht naturgegeben, sondern hängt von Stil, Epoche und Hörgewohnheit ab. ## Spielpraxis

Achte im Ensemble auf die Lage der Akkorde: Eng gesetzte tiefe Terzen klingen fast immer trüb, und daran ändert keine Intonation etwas. Stimme Zusammenklänge nach Schwebungen aus, statt nur den eigenen Ton zu prüfen. Und nimm Dissonanzen nicht zurück — sie wollen hörbar sein, damit die Auflösung wirkt.