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Form

Fancy

Englische Instrumentalfantasie des 16. und 17. Jahrhunderts.

Was es bedeutet

Fancy ist die englische Bezeichnung für eine Instrumentalfantasie des späten 16. und des 17. Jahrhunderts. Das Wort bedeutet ungefähr „Einfall“ oder „Laune“ und wird in England neben „Fantasy“ und „Fantazia“ gebraucht. Gemeint ist ein frei erfundenes, nicht an einen Text oder Tanz gebundenes Instrumentalstück, das in mehreren zusammenhängenden Abschnitten verläuft.

Musikalische Verwendung

Die Fancy wurde vor allem für ein Gambenensemble, das Consort, oder für Tasteninstrumente wie Virginal und Orgel geschrieben. Ihre Abschnitte beginnen meist mit imitatorisch geführten Themeneinsätzen, wie man sie aus der kontinentalen Fantasie und dem Ricercar kennt, und wechseln zwischen kontrapunktischer Dichte und lockereren, tänzerischen Passagen. Bedeutende englische Komponisten der Gattung sind William Byrd, Orlando Gibbons, John Jenkins und Henry Purcell.

Abzugrenzen ist die Fancy von der späteren, harmonisch freieren Fantasie des 18. und 19. Jahrhunderts und vom Ricercar, das strenger und meist auf ein einziges Thema hin angelegt ist. Im englischen Sprachgebrauch lässt sich die Fancy oft kaum von der Fantasy trennen; sie bezeichnet dort die ältere, kontrapunktisch geprägte Ausprägung.

Spielpraxis

Achte beim Spiel im Consort darauf, jeden Themeneinsatz hörbar zu machen: Die Stimme mit dem Thema tritt hervor, die anderen halten sich zurück. Zähle die Pausen zwischen den Einsätzen genau, denn in dieser Gattung entsteht die Wirkung aus dem präzisen Zusammenspiel gleichberechtigter Stimmen.