Gabelgriff
Abweichende Griffweise auf Blasinstrumenten (oder Klavier) zur Erzeugung sonst fehlender Töne.
Was es bedeutet
Der Gabelgriff ist eine Griffweise auf Blasinstrumenten, bei der ein Ton nicht durch das Öffnen des nächsten Lochs, sondern durch eine „gegabelte“ Kombination erzeugt wird: Ein oder mehrere Löcher unterhalb der offenen Stelle bleiben verschlossen. Dadurch verändert sich die Länge der schwingenden Luftsäule so, dass Töne entstehen, die sich mit der einfachen Lochfolge nicht greifen lassen.
Musikalische Verwendung
Gabelgriffe sind vor allem bei Instrumenten ohne oder mit wenigen Klappen wichtig, etwa bei Blockflöte, Flauto traverso und historischen Holzblasinstrumenten, wo sie Halbtöne und chromatische Töne ermöglichen. Sie färben den Klang meist etwas dunkler oder verschleiert, was in der Barockmusik als Ausdrucksmittel genutzt wurde. Auch auf modernen Instrumenten wie der Klarinette werden Gabelgriffe für Trillergriffe und besondere Töne verwendet.
Abzugrenzen ist der Gabelgriff vom Klappengriff, bei dem eine Klappe die Tonhöhe verändert, und vom Normalgriff, bei dem alle Löcher unterhalb der offenen Stelle verschlossen sind. Der Begriff meint keine zusätzliche Klappe, sondern die Anordnung der Finger.
Spielpraxis
Lerne Gabelgriffe anhand einer Grifftabelle und prüfe jeden Ton mit einem Stimmgerät, denn er ist oft etwas tiefer oder weicher als der Normalgriff. Gleiche Unterschiede durch leichtes Anpassen von Ansatz und Luftführung aus, und nutze den veränderten Klang bewusst als Ausdrucksmittel.