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Form

Hocket

Mittelalterliche Stimmtechnik mit kurzen Pausen.

Was es bedeutet

Der Hoquetus — eingedeutscht Hocket, vom lateinischen Wort für Schluckauf — ist eine Satztechnik, bei der eine Melodie auf zwei oder mehr Stimmen verteilt wird, die einander abwechseln: Wenn die eine singt, schweigt die andere. Aus dem raschen Wechsel von Tönen und Pausen entsteht eine Linie, die keine Stimme allein vorträgt.

Musikalische Verwendung

Verbreitet war die Technik in der mehrstimmigen Musik des 13. und 14. Jahrhunderts, besonders in Motetten und Klauseln. Sie erscheint dort als Abschnitt innerhalb eines Satzes, häufig über dem Cantus firmus des Tenors, oder bildet ganze eigenständige Stücke. Der Reiz liegt in der rhythmischen Lebendigkeit: Der Hörer nimmt eine zusammenhängende Melodie wahr, die aber mit hoher Geschwindigkeit zwischen den Stimmen hin- und herspringt, was einen stockenden, pulsierenden Eindruck erzeugt, wie der Name andeutet.

Die Technik stellt hohe Anforderungen an das Zusammenspiel, weil jeder Einsatz genau sitzen muss und die Pausen ebenso präzise sind wie die Töne.

Das Prinzip ist nicht auf die europäische Musik beschränkt. Ähnliche Verfahren finden sich in Musiktraditionen verschiedener Kulturen, etwa bei Ensembles, in denen jeder Spieler nur einen oder wenige Töne beisteuert und die Melodie erst aus dem Zusammenwirken entsteht. Auch im 20. Jahrhundert wurde die Technik wieder aufgegriffen.

Abzugrenzen ist der Hoquetus vom Stimmtausch, bei dem Stimmen ganze Abschnitte ihres Materials vertauschen, und von der Imitation, bei der Stimmen einander nachahmen.

Beim Hocket verteilen zwei oder mehr Stimmen eine Melodie so untereinander, dass jeweils die eine singt, während die andere pausiert. Der Name wird vom altfranzösischen hoquet, Schluckauf, abgeleitet. Das Verfahren blühte im 13. und 14. Jahrhundert und wurde in der Ars nova kunstvoll eingesetzt. Verwandte Techniken finden sich in zahlreichen außereuropäischen Musiken sowie in der Minimal Music. ## Spielpraxis

Übe den Hoquetus zunächst gemeinsam mit einem deutlichen gemeinsamen Puls und steigere das Tempo erst, wenn die Übergänge sitzen. Denke die Gesamtlinie mit, nicht nur deine eigenen Töne — nur so wird die Melodie zusammenhängend. Und nimm die Pausen ebenso genau wie die Töne; sie sind Teil der Figur.