Imbroglio
Rhythmisch verwirrende Satzweise, bei der Betonungen mehrerer Stimmen so verschoben werden, dass der Takt unklar erscheint.
Was es bedeutet
Imbroglio, italienisch für „Verwirrung“ oder „Durcheinander“, bezeichnet eine rhythmisch verwirrende Satzweise. Mehrere Stimmen setzen ihre Betonungen so gegeneinander verschoben, dass der zugrunde liegende Takt für die Hörenden zeitweise unklar oder mehrdeutig wird.
Musikalische Verwendung
Das Imbroglio entsteht meist, indem einzelne Stimmen synkopiert werden oder scheinbar in einem anderen Metrum stehen, während der eigentliche Takt unverändert weiterläuft. Es erzeugt einen Eindruck von Chaos, Aufregung oder komischer Verwirrung und wird daher gern in Opern für turbulente Ensembleszenen eingesetzt, etwa in Finalsätzen des Belcanto und der komischen Oper, wo Figuren durcheinanderreden oder -handeln.
Abzugrenzen ist das Imbroglio von der Hemiole, die eine geordnete, vorhersehbare Umgruppierung von drei zu zwei Einheiten darstellt, und von der Polyrhythmik, bei der bewusst zwei klar getrennte Rhythmen gleichzeitig erklingen. Das Imbroglio zielt dagegen gerade auf einen Eindruck der Unordnung.
Spielpraxis
Verfolge beim Hören eines Imbroglios zunächst den durchlaufenden Grundtakt in einer Stimme, etwa im Bass oder Orchester, bevor du dich von den verschobenen Betonungen der übrigen Stimmen verwirren lässt. Als Ausführender zähle diszipliniert den eigenen Part, ohne dich von den gegenläufigen Akzenten der anderen Stimmen beirren zu lassen.