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Form

Invention

Eine Invention ist ein kurzes, meist für Tasteninstrument geschriebenes Stück, das aus einem Thema, einem musikalischen Einfall, entwickelt wird. Eine häufige Verarbeitung des Themas ist die Nachahmung: Eine Stimme bringt, was die andere zuvor gespielt hat. Meist ist sie zweistimmig; das Archiv enthält drei zweistimmige Inventionen von Johann Sebastian Bach.

Wort
lateinisch inventio, „Erfindung“
Besetzung
meist zwei Stimmen; bei Bach für Tasteninstrument
Merkmal
ein Thema, unter anderem durch Nachahmung verarbeitet
Im Notenarchiv
Invention Nr. 1, 3 und 4 von Bach, „Zweistimmige Inventionen“

Ein Einfall, zwei Stimmen

Das Wort geht auf lateinisch „inventio“ zurück, die „Erfindung“. Gemeint ist der musikalische Einfall, das Thema, aus dem das ganze Stück wächst. Eine Invention ist ein kleines zwei- oder dreistimmiges Klavierstück in kontrapunktisch imitierendem Satz. Bei Bach sind die Inventionen zweistimmig, drei Stimmen haben die Stücke, die er „Sinfonien“ nennt.

Imitation: dieselbe Figur in der zweiten Stimme

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Eigenes Beispiel zum Prinzip. Die obere Stimme bringt im ersten Takt eine Figur aus sechs Sechzehnteln. Im zweiten Takt setzt die untere Stimme mit derselben Figur eine Oktave tiefer ein, während die obere Stimme weiterspielt. Im ersten Takt pausiert die untere Stimme; ähnlich beginnt Bachs Invention Nr. 4, nur pausiert dort die untere Stimme zwei Takte.

Imitation im Notenbild

Eine Möglichkeit, das Thema zu verarbeiten, ist die Nachahmung (Imitation): Was eine Stimme gespielt hat, bringt die andere kurz danach, oft auf anderer Tonhöhe. Im Notenbild siehst du es an den Pausen. Eine Stimme setzt ein, die andere wartet und beginnt später mit derselben Figur. In den drei Beispielen aus dem Archiv geschieht das jedes Mal anders: In Nr. 1 antwortet die untere Hand schon in der zweiten Hälfte des ersten Taktes, in Nr. 3 am Ende des zweiten Taktes, in Nr. 4 erst im dritten Takt.

Invention (Archiv)TaktVorzeichenWie die zweite Stimme einsetzt
Nr. 1 C-Dur, BWV 7724/4 (C)keineNoch im ersten Takt, in der zweiten Takthälfte, eine Oktave tiefer; 22 Takte
Nr. 3 D-Dur, BWV 7743/8zwei KreuzeMit einem Auftakt am Ende von Takt 2, danach bringt sie die Figur aus Takt 1 und 2
Nr. 4 d-Moll, BWV 7753/8ein ♭Pausiert in Takt 1 und 2, bringt ab Takt 3 die Anfangsfigur eine Oktave tiefer

Zweistimmige Inventionen von Bach

Invention und Sinfonie

Bei Bach heißen die dreistimmigen Stücke dieser Art „Sinfonien“; manche Ausgaben nennen sie „dreistimmige Inventionen“, damit man sie nicht mit der Sinfonie für Orchester verwechselt. Im Archiv liegen drei Stücke aus den „Zweistimmigen Inventionen“, die Anzahl der Stimmen steht dort schon im Titel. Die Invention Nr. 1 hat 22 Takte.

Zum Üben: Spiele zuerst nur die obere Stimme, dann nur die untere. Markiere in beiden Stimmen, wo die Anfangsfigur auftaucht. Erst danach spielst du beide Hände zusammen, langsam und mit gleicher Lautstärke in beiden Stimmen.

Häufige Fehler

  • Nur die Melodie hören: In einer Invention hat jede Stimme gleiches Gewicht; wenn die Figur in der unteren Stimme erscheint, gehört ihr die Aufmerksamkeit.
  • Die Figur in der zweiten Stimme anders spielen als in der ersten: Damit die Nachahmung hörbar bleibt, hilft es, beide Hände die Figur gleich artikulieren zu lassen.
  • Invention mit Erfindung im Alltagssinn gleichsetzen: Hier meint das Wort ein Stück und seine Machart, nicht irgendeine neue Sache.