Krakowiak
Der Krakowiak ist ein rascher polnischer Volkstanz aus der Gegend um Krakau. Er steht im Zweiertakt (2/4) und hat einen synkopierten Rhythmus. Der Name bedeutet „Krakauer (Tanz)“; französisch heißt der Tanz „Cracovienne“.
- Herkunft
- polnischer Volkstanz aus der Region um Krakau
- Takt
- 2/4
- Tempo
- rasch
- Rhythmus
- synkopiert
- Name
- polnisch, „Krakauer (Tanz)“; französisch Cracovienne
Ein Tanz aus der Gegend um Krakau
Der Krakowiak ist ein polnischer Nationaltanz im 2/4-Takt mit Betonungswechsel von Ferse und Stiefelspitze. Im engeren Sinn ist er ein Paartanz aus der Region um Krakau in einem raschen 2/4-Takt; zu seinen Merkmalen zählt neben dem Wechsel von Ferse und Stiefelspitze auch der Fersenzusammenschlag. Als „Cracovienne“ wurde er auch zum Gesellschaftstanz. Er ist ein schneller, synkopierter polnischer Volkstanz im Zweiertakt aus der Region um Krakau und Kleinpolen.
Der Rhythmus im Notenbild
Der Rhythmus des Krakowiak gilt als synkopiert. Im Archivstück sieht man eine solche Verschiebung in den Takten 2 und 4: Dort beginnt eine Viertel auf dem zweiten Achtel, also zwischen den Schlägen, und klingt über den zweiten Schlag hinweg.
| Takt | Rhythmus der Oberstimme | Was auffällt |
|---|---|---|
| 1 und 3 | Achtel, Achtel, punktiertes Achtel, Sechzehntel | gleichmäßiger Lauf ohne Akzent |
| 2 | Achtel, Viertel, zwei Sechzehntel | die Viertel beginnt auf dem zweiten Achtel |
| 4 | wie Takt 2 | Akzent auf der Viertel |
Die erste Notenzeile zeigt dieses Muster mit eigenen Tönen, die zweite dieselben Töne ohne die Verschiebung. Beim Anhören merkst du, wie der Rhythmus federt, sobald die Viertel auf dem zweiten Achtel steht.
Krakowiak-Rhythmus: Achtel – Viertel – zwei Sechzehntel
Ein eigenes Beispiel in A-Dur. In den Takten 2 und 4 steht auf dem zweiten Achtel eine Viertel mit Akzent. Sie beginnt zwischen den beiden Schlägen des Takts und klingt über den zweiten Schlag hinweg; danach folgen zwei Sechzehntel.
Zum Vergleich: dieselben Töne ohne Synkope
Hier fällt jeder Ton auf einen Achtelpunkt, und nichts klingt über den zweiten Schlag hinweg. Die Bewegung ist gleichmäßiger und weniger tänzerisch als die erste Zeile.
Ein Krakowiak für Gitarre
Das Stück von Horetzky ist als „Polnische Weise“ bezeichnet und im Satz für Gitarre aufgeschrieben: Die Oberstimme hat die Melodie, darunter stehen Bass und Akkorde.
Gitarre
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Krakowiak Felix Horetzky (1796–1870), Nr. 40 aus „60 National Airs of Different Nations“ · Gitarre · 1 Seite
Unter dem Titel steht „Polnische Weise“. Vor dem ersten System stehen „Nº. 40.“ und „VIVACE“. 2/4-Takt, drei Kreuze, Akkordsymbole A, Bm, E7 und D. Das Stück hat 16 Takte mit einem Auftakt; nach Takt 8 steht ein Wiederholungszeichen. In den Takten 2, 4, 6, 10, 12 und 14 steht eine Viertel auf dem zweiten Achtel; Akzentzeichen darüber stehen in den Takten 4, 6, 10, 12 und 14.
Abgrenzung zur Mazurka
Polnische Tänze haben unterschiedliche Takte. Der Krakowiak steht im Zweiertakt, die Mazurka dagegen im Dreiertakt, wie die Seite zur Mazurka zeigt. Gemeinsam ist beiden ein Rhythmus, der die Betonung gezielt verschiebt: beim Krakowiak durch die Viertel zwischen den Schlägen, bei der Mazurka durch den Akzent, der meist auf die zweite, auch auf die dritte Zählzeit rückt.
Häufige Fehler
- Die Viertel auf den Schlag setzen: Sie beginnt auf dem zweiten Achtel, nicht auf der Zwei. Wer sie zu früh oder zu spät anschlägt, nimmt dem Tanz die Verschiebung.
- Die beiden Sechzehntel verschleifen: Sie füllen das letzte Achtel des Takts und müssen gleich lang sein.
- Den Auftakt als vollen Takt zählen: Das Stück beginnt mit einem Auftakt, der erste volle Takt ist Takt 1.
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Verwandte Begriffe
ZweivierteltaktSynkopeAkzentVivaceMazurkaPolonaisePolkaTanzPunktierte Note
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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