Krakowiak
Polnischer Tanz im 2/4-Takt.
Was es bedeutet
Der Krakowiak ist ein polnischer Volkstanz aus der Gegend um Krakau, nach der er benannt ist. Er steht im Zweivierteltakt und hat einen lebhaften, stolzen Charakter.
Kennzeichnend sind synkopische Rhythmen, bei denen die Betonung auf die zweite Achtel des Takts verschoben wird, sowie ein kräftiger Schluss der Phrasen, der beim Tanzen durch das Zusammenschlagen der Absätze markiert wird. Die Tanzenden bewegen sich in Paaren mit raschen, stampfenden Schritten.
Zu unterscheiden ist der Krakowiak von der Polonaise und der Mazurka, den beiden anderen bekannten polnischen Tänzen: Beide stehen im Dreivierteltakt, die Polonaise gemessen und feierlich, die Mazurka mit Betonungen auf der zweiten oder dritten Zählzeit. Der Krakowiak ist der einzige der drei im geraden Takt.
Im Notenbild
Der Krakowiak steht im Zweivierteltakt. Die charakteristische Synkope — eine Achtel, eine Viertel, eine Achtel — erscheint häufig am Beginn des Takts. Die Phrasen enden oft mit betonten Vierteln auf beiden Zählzeiten. Die Form ist in klar gegliederte, wiederholte Abschnitte geteilt.
Musikalische Verwendung
Als Volkstanz war der Krakowiak in Südpolen verbreitet. Im 19. Jahrhundert wurde er zum Gesellschaftstanz und fand Eingang in die Kunstmusik, wo er als Ausdruck polnischer Eigenart galt. Er erscheint in Klavierwerken, Konzertsätzen und Bühnenmusik polnischer und anderer Komponisten.
In Opern des 19. Jahrhunderts erscheint er etwa in Glinkas Ein Leben für den Zaren. Er steht im Zweivierteltakt mit synkopischen Rhythmen, bei denen die zweite Achtel betont wird. Die Tänzer schlagen mit den Absätzen, und typisch sind rasche Wechselschritte. Im 19. Jahrhundert wurde der Krakowiak zum polnischen Nationaltanz und erschien in Kunstmusik, etwa in Chopins Rondo à la Krakowiak für Klavier und Orchester. ## Spielpraxis
Arbeite die Synkope deutlich heraus, denn sie ist das Erkennungszeichen des Tanzes. Halte das Tempo lebhaft und den Charakter stolz. Betone die Phrasenschlüsse kräftig. Und achte darauf, dass der gerade Takt trotz der Synkopen spürbar bleibt.