Mazurka
Die Mazurka ist ein polnischer Tanz im Dreiertakt, meist im Dreivierteltakt. Typisch ist, dass die erste Zählzeit unterteilt wird und die Betonung dadurch meist auf die zweite, auch auf die dritte Zählzeit rückt. Im Archiv liegt Tárregas „Adelita“, die als Mazurka für Gitarre überschrieben ist.
- Herkunft
- polnischer Tanz; polnisch mazurek, nach der Landschaft Masowien oder den Masuren benannt
- Betonung
- Akzent
- Tempo
- meist lebhaft; „Adelita“ trägt „Lento“
Ein polnischer Tanz im Dreiertakt
Die Mazurka ist ein meist lebhafter polnischer Nationaltanz im Dreiviertel- oder Dreiachteltakt. Das Wort kommt vom polnischen „mazurek“ und wird auf den Namen einer polnischen Landschaft zurückgeführt, je nach Darstellung Masowien oder die Masuren. Generell steht die Mazurka im 3/4-Takt; ihr besonderes Erkennungsmerkmal ist die Unterteilung der ersten Zählzeit, zum Beispiel in ein punktiertes Achtel oder eine Achteltriole, und daraus folgend die Verschiebung der Betonung auf die zweite Zählzeit. Die kräftigen Akzente liegen unregelmäßig auf der zweiten oder dritten Zählzeit.
Wie du die Mazurka im Notenbild erkennst
Du suchst drei Dinge: den Dreiertakt, eine unterteilte erste Zählzeit und Akzentzeichen auf einer späteren Zählzeit. Dazu kommt oft die Begleitung: eine tiefe Viertel im Bass und zwei höhere Viertel als Akkord, die typische Walzerbegleitung. Unterscheidend ist die Verschiebung der Betonung.
Mazurka-Rhythmus mit Akzent auf der zweiten Zählzeit (eigenes Beispiel)
Ein eigenes Beispiel in e-Moll. In Takt 1 bis 3 teilen zwei Achtel die erste Zählzeit, dann beginnt auf der zweiten Zählzeit eine Halbe mit Akzent. Die untere Stimme spielt eine Walzerbegleitung: eine tiefe Viertel, dann zweimal einen Akkord aus zwei Tönen.
Zum Vergleich: dieselben Töne mit Akzent auf der Eins
Rhythmus, Töne und Begleitung sind dieselben wie in der ersten Zeile, nur steht der Akzent auf der ersten Note der Takte 1 bis 3. Der Schwerpunkt liegt wieder auf der Eins, so wie man ihn von einem Walzer erwartet. Höre den Unterschied.
| Stück im Archiv | Fassung | Takt und Tempo auf dem Blatt | Was im Notenbild auffällt |
|---|---|---|---|
| Adelita Francisco Tárrega | Mazurka für Gitarre | 3/4, „Lento“ | Takt 1 und 2: zwei Achtel auf der Eins, dann eine Halbe ab der zweiten Zählzeit; Teil A mit einem Kreuz, Teil B mit vier |
| Adelita Francisco Tárrega | Mazurka für zwei Gitarren, Arr. J. J. Olson | 3/4, „Lento“ | Akzentzeichen auf der Note der zweiten Zählzeit in Takt 1, 2 und 3 |
| Claro de Luna Francisco Tárrega | Mazurka für Gitarre | C; keine Tempoangabe, „sempre pp“ | kein Dreiertakt auf dem Blatt |
Die Tabelle fasst zusammen, was auf den Blättern steht. Bei „Adelita“ steht auf der ersten Zählzeit ein Achtelpaar und die Halbe beginnt auf der zweiten. In der Fassung für zwei Gitarren sitzt der Akzent genau dort. Das Tempo passt dagegen nicht zur Regel „meist lebhaft“: Beide Fassungen tragen „Lento“, also langsam. „Meist lebhaft“ ist eine Regel mit Ausnahmen.
Mazurkas im Notenarchiv
Mazurka für Gitarre
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Adelita Francisco Tárrega (1852–1909) · Gitarre solo · 1 Seite
Untertitel „Mazurka für Gitarre“, darüber „Lento“, 3/4-Takt, ein Kreuz, p. Teil A geht von Takt 1 bis 8 und steht zwischen Wiederholungszeichen; über dem Ende von Takt 8 steht „Fine“. Ab Takt 9 stehen vier Kreuze und mf; Teil B geht bis Takt 16 und endet mit „D.C. al Fine“. So ergibt sich die Folge A – B – A.
Mazurka für zwei Gitarren
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Adelita Francisco Tárrega (1852–1909), Bearbeitung von J. J. Olson · zwei Gitarren · 1 Seite
Untertitel „Mazurka für zwei Gitarren“, „Lento“, 3/4-Takt, Akkordsymbole Em, F♯° und B. In Takt 1, 2 und 3 steht in Gitarre I je ein Akzentzeichen auf der Note, die auf der zweiten Zählzeit beginnt; in Takt 1 und 2 ist das eine Halbe nach zwei Achteln. Gitarre II spielt unter der Melodie tiefe Töne und Akkorde. Am Ende steht „D.S. al Fine“.
Mazurka im Titel, aber ohne Dreiertakt
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Claro de Luna Francisco Tárrega (1852–1909) · Gitarre · 4 Seiten
Der Untertitel lautet „Mazurka für Gitarre“, die Taktangabe auf Seite 1 aber C, nicht 3/4; darunter steht „sempre pp“. Auf Seite 2 bis 4 ist keine neue Taktangabe zu sehen. Ob der Untertitel auf die Vorlage zurückgeht, steht nicht auf dem Blatt.
Abgrenzung
Der Krakowiak ist ein anderer polnischer Tanz: Er steht im Zweiertakt, die Mazurka im Dreiertakt. Beide verschieben die Betonung, der Krakowiak durch eine Viertel zwischen den Schlägen, die Mazurka durch einen Akzent, der meist auf die zweite, auch auf die dritte Zählzeit rückt. Vom Walzer im Dreivierteltakt unterscheidet sie das Gewicht der Zählzeiten: Beim Walzer liegt der Schwerpunkt auf der Eins.
Häufige Fehler
- Den Akzent auf die Eins setzen: Das macht aus der Mazurka einen Walzer. Der Akzent gilt der Note auf der zweiten Zählzeit, nicht dem ganzen Takt.
- Den Titel für den Takt halten: Nicht jedes Stück mit dem Wort „Mazurka“ steht im Dreiertakt; „Claro de Luna“ hat auf dem Blatt die Taktangabe C.
- Das Tempo erraten: Eine Mazurka gilt als „meist lebhaft“, „Adelita“ sagt „Lento“. Es gilt, was auf dem Blatt steht.
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Verwandte Begriffe
DreivierteltaktAkzentKrakowiakPolonaisePolkaTanzTripeltaktPunktierte NoteDa capoFine
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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