Mazurka
Polnischer Tanz im Dreiertakt mit Betonung auf der zweiten oder dritten Zählzeit.
Was es bedeutet
Die Mazurka ist ein polnischer Tanz im Dreiertakt, meist im Tempo mäßig bis lebhaft. Kennzeichnend ist die Betonung der zweiten oder dritten Zählzeit statt der ersten, häufig verbunden mit punktierten Rhythmen und Vorschlägen. Dadurch klingt sie leicht verschoben und energisch.
Der Name geht auf die Region Masowien (Mazowsze) zurück. Die Mazurka gehört zu einer Gruppe polnischer Volkstänze, zu der auch der langsamere Kujawiak und der schnelle Oberek zählen.
Musikalische Verwendung
Im 19. Jahrhundert verbreitete sich die Mazurka als Gesellschaftstanz in Europa. Frédéric Chopin machte sie zur Kunstform: Er schrieb mehr als fünfzig Mazurken für Klavier, die nicht zum Tanzen, sondern zum Hören gedacht sind und volkstümliche Melodik mit feiner Harmonik verbinden. Auch Karol Szymanowski und andere polnische Komponisten griffen die Form auf.
Abzugrenzen ist die Mazurka vom Walzer, dessen Betonung auf der ersten Zählzeit liegt, und von der Polonaise, die ein feierlicher Schreittanz ist.
Spielpraxis
Übe die Verschiebung der Betonung bewusst: Betone die zweite oder dritte Zählzeit, ohne die erste zu vernachlässigen, und spiele punktierte Rhythmen federnd. Ein leichtes rubato ist in Chopins Mazurken typisch, darf aber den Tanzpuls nicht auflösen.