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Notation

Legatobogen

Bogen, der Töne zu Legato verbindet.

Was es bedeutet

Der Legatobogen verlangt, dass die von ihm überspannten Töne gebunden gespielt werden: Ein Ton geht unmittelbar in den nächsten über, ohne Unterbrechung und ohne neuen Ansatz. Er betrifft also die Artikulation, nicht die Dauer. Damit unterscheidet er sich vom Haltebogen, der zwei gleiche Tonhöhen zu einem einzigen langen Ton zusammenzieht — beide sehen gleich aus, der Unterschied liegt allein darin, ob die verbundenen Notenköpfe denselben Ton bezeichnen oder verschiedene.

Im Notenbild

Der Bogen wird über oder unter den Notenköpfen geführt, gegenläufig zur Halsrichtung, und beginnt und endet genau an den Noten, die er einschließt. Bei einem Bogen über wenigen Tönen ist die Absicht eindeutig; erstreckt er sich über ganze Takte, ist im Einzelfall zu prüfen, ob Bindung oder Phrasierung gemeint ist. Die Unterscheidung zwischen Legato- und Phrasierungsbogen ist in der Schreibweise nicht markiert und ergibt sich aus Länge und Zusammenhang. In älteren Quellen ist die Bogensetzung oft uneinheitlich, und Herausgeber ergänzen fehlende Bögen — solche Zusätze werden in Urtextausgaben gekennzeichnet.

Musikalische Verwendung

Für Streichinstrumente hat der Bogen eine zusätzliche, sehr konkrete Bedeutung: Er gibt an, was in einem Bogenstrich zu spielen ist, und bestimmt damit unmittelbar die Bewegungsführung. Bei Bläsern regelt er die Zungenstöße — gebunden heißt, nicht neu anzustoßen. Am Klavier, wo jeder Ton ohnehin einzeln angeschlagen wird, bedeutet Legato, dass die Taste erst losgelassen wird, wenn die nächste klingt; der Fingersatz muss darauf eingerichtet sein. In allen Fällen gehört zur Bindung meist eine leichte Betonung des ersten und eine Rücknahme des letzten Tones unter dem Bogen.

Spielpraxis

Prüfe bei jedem Bogen zuerst, ob die verbundenen Noten dieselbe Tonhöhe haben — dann ist es ein Haltebogen und wird nicht neu angesetzt. Lege deinen Fingersatz so an, dass die Bindung physisch möglich ist, und übe die Stelle zunächst ohne Bogenangabe, um die Töne zu sichern, dann bewusst gebunden. Achte auf das Ende des Bogens: Der letzte Ton wird leicht zurückgenommen, und danach beginnt etwas Neues.