Minima
Historischer Notenwert der Mensuralnotation, entspricht etwa der heutigen halben Note.
Was es bedeutet
Die Minima ist ein Notenwert der Mensuralnotation, der Notenschrift des späten Mittelalters und der Renaissance. Sie entspricht etwa unserer halben Note. Ihr Name („die Kleinste“) erinnert daran, dass sie am Ende des 13. Jahrhunderts der kürzeste Wert war; später kamen noch kürzere Werte wie Semiminima und Fusa hinzu.
Im Notenbild
Die Minima wird als Note mit Hals und leerem, in der weißen Mensuralnotation hohlem Notenkopf geschrieben. In der schwarzen Mensuralnotation war der Kopf gefüllt.
Musikalische Verwendung
Ihr Verhältnis zur nächstlängeren Note, der Semibrevis, hing von der Prolatio ab: Sie konnte zwei oder drei Minimen umfassen. Anders als heute war die Geltung eines Wertes also nicht immer festgelegt, sondern vom Kontext bestimmt. In der weißen Notation des 15. und 16. Jahrhunderts wurde die Minima häufig als Einheit für den Schlag gezählt.
Abzugrenzen ist die Minima von der modernen halben Note, die stets zwei Viertel gilt: Die Minima besitzt keine feste Geltung und ist historisch eingebunden.
Spielpraxis
Wenn du Musik der Renaissance nach Originalnotation oder in Übertragung spielst, behandle die Minima als Grundschlag: Der Tactus liegt oft auf ihr. Achte auf ihre Verbindung mit Semibrevis und Semiminima und singe sie mit ruhigem, gleichmäßigem Fluss.