Maxima
Größter Mensuralnotenwert, doppelte Longa.
Was es bedeutet
Die Maxima ist der größte Notenwert der Mensuralnotation. Sie steht an der Spitze einer Reihe, die von ihr über Longa, Brevis und Semibrevis zu den kürzeren Werten hinabführt. Ihr Verhältnis zur Longa ist nicht ein für alle Mal festgelegt, sondern hängt von der geltenden Mensur ab: Je nach Angabe umfasst sie zwei oder drei Longae. Diese Zweiwertigkeit ist das eigentliche Kennzeichen des mensuralen Systems — dasselbe Zeichen kann Verschiedenes bedeuten, und erst das Mensurzeichen entscheidet.
Im Notenbild
Geschrieben wird die Maxima als langgestrecktes Rechteck mit einem Strich an der rechten Seite; in der älteren, schwarzen Notation ist der Kopf ausgefüllt, in der jüngeren, weißen Notation nicht. Sie erscheint einzeln oder als Bestandteil von Ligaturen. Ein Punkt neben oder über einem Wert — der Punctus — kann seine Dauer verändern oder eine Gruppierung abgrenzen, was das Lesen zusätzlich erschwert.
Musikalische Verwendung
Ihren Platz hat die Maxima vor allem in den Unterstimmen mehrstimmiger Sätze des 13. bis 15. Jahrhunderts, wo eine vorgegebene Melodie in großen Werten liegt, während die Oberstimmen sich rasch bewegen. Dort trägt sie gleichsam das Gerüst des Satzes. Mit dem Übergang zur modernen Notation verschwand sie aus dem Gebrauch; die heutige Ganze Note geht auf die Semibrevis zurück, also auf einen Wert weit unten in dieser Reihe. Sichtbar geblieben ist von der alten Ordnung nur wenig — etwa die Brevis, die in moderner Gestalt gelegentlich noch als doppelte Ganze auftritt.
Spielpraxis
Beim Arbeiten mit Faksimiles gilt: Zuerst das Mensurzeichen klären, dann die Werte lesen — ohne diese Information sind die Zeichen nicht eindeutig. Verlass dich für die Einstudierung auf eine moderne Übertragung und ziehe das Original zur Kontrolle heran. Wenn du eine Stimme in großen Werten singst oder spielst, halte den Puls der bewegteren Stimmen innerlich mit, sonst gerät die lange Note ins Schleppen.