Paraphrase
Freie, oft virtuose Bearbeitung eines bekannten Werks (Liszt).
Was es bedeutet
Die Paraphrase ist eine freie, oft virtuose Bearbeitung eines bekannten Werks oder von dessen Themen. Anders als bei einer Transkription, die möglichst getreu überträgt, gestaltet der Bearbeiter das Vorbild eigenständig um: Er verändert Harmonik, ergänzt Figurationen und verknüpft Themen zu einem neuen Stück.
Musikalische Verwendung
Berühmt wurde die Paraphrase im 19. Jahrhundert durch Franz Liszt, der Opernmelodien für Klavier bearbeitete, etwa in seiner Paraphrase über Verdis „Rigoletto“ (1859). Sie waren als Virtuosenstücke gedacht und machten Opern im Konzertsaal zugänglich. In der Renaissance bezeichnet der Begriff außerdem Messen, die eine bekannte Melodie frei verarbeiten.
Abzugrenzen ist die Paraphrase von der Transkription, die dem Original treu bleibt, von der Variation, die ein Thema systematisch verändert, und vom Potpourri, das Melodien nur lose aneinanderreiht.
Spielpraxis
Wenn du eine Paraphrase spielst, kenne das Original: Erst wenn du weißt, welche Melodie und welche Stimmung zugrunde liegen, verstehst du, was die Bearbeitung hinzufügt. Bewahre den Gesang der Melodie und halte die Virtuosität im Dienst des Ausdrucks.