Passacaglia
Variationsform über einem ständig wiederholten Bassthema, meist im Dreiertakt.
Was es bedeutet
Die Passacaglia ist eine Variationsform über einem ständig wiederholten Bassthema, meist im langsamen Dreiertakt und in Moll. Über dem gleichbleibenden Bass wechseln die Oberstimmen in einer Folge von Variationen, die oft auf eine Steigerung zulaufen. Der Name geht auf das spanische „pasacalle“ zurück („durch die Straße gehen“), einen Tanz, den Gitarristen zwischen den Liedern spielten.
Musikalische Verwendung
Im 17. Jahrhundert wurde die Passacaglia in Italien und Deutschland zu einer Instrumentalform, etwa bei Frescobaldi und Buxtehude. Johann Sebastian Bachs Passacaglia in c-Moll für Orgel (BWV 582) mit ihren zwanzig Variationen ist ein Höhepunkt. Später verwendeten Brahms im Finale seiner vierten Sinfonie und Anton Webern in seiner Passacaglia op. 1 (1908) die Form.
Abzugrenzen ist die Passacaglia von der Chaconne, die auf einer wiederholten Akkordfolge beruht; beide Formen werden oft vermischt und kaum streng getrennt. Das Ostinato ist der allgemeinere Begriff für jede wiederholte Figur.
Spielpraxis
Wenn du eine Passacaglia spielst, höre stets auf das Bassthema: Es ist das Rückgrat des Stücks. Baue die Steigerung über die Variationen hinweg geduldig auf und gliedere die Abschnitte deutlich.