Pibroch
Kunstmusik für den schottischen Dudelsack (Piobaireachd).
Was es bedeutet
Pibroch (gälisch piobaireachd, „Dudelsackspiel“) ist die klassische, anspruchsvolle Kunstmusik des schottischen Hochland-Dudelsacks. Sie wird auch ceòl mór, „große Musik“, genannt. Ein Pibroch besteht aus einem langsamen Thema, dem Urlar oder „Grund“, das über einen Bordunklang ruhig vorgetragen wird, gefolgt von einer Reihe von Variationen mit immer dichteren Verzierungen.
Musikalische Verwendung
Die Pibroch-Tradition reicht ins 16. Jahrhundert zurück und ist eng mit den Clans der Highlands verbunden. Die Familie MacCrimmon auf der Insel Skye war lange als erbliche Dudelsackspieler und Lehrer berühmt. Pibrochs sind Klagen, Grüße, Erinnerungen oder Gedenkstücke und dauern oft mehr als zehn Minuten. Sie stehen im Gegensatz zur „kleinen Musik“ (ceòl beag), zu der Märsche, Tänze und Lieder gehören.
Abzugrenzen ist der Pibroch von Märschen und Tänzen auf dem Dudelsack, die rhythmisch straff und zum Marschieren bestimmt sind, und von der Volksmusik, die in einfachen Liedformen gehalten ist.
Spielpraxis
Wenn du Pibroch hörst oder spielst, lass dir Zeit: Das Thema ist langsam und frei, und die Verzierungen sind Ausdruck, kein Schmuck. Achte auf die Ruhe im Ablauf, denn die Steigerung in den Variationen entsteht durch Verdichtung, nicht durch Tempo.