Preghiera
Gebetsszene in der Oper.
Was es bedeutet
Preghiera (italienisch „Gebet“) bezeichnet in der Oper eine Gebetsszene, meist als Arie, Ensemble oder Chor gestaltet. Sie unterbricht das dramatische Geschehen mit einem Moment der Ruhe und Innerlichkeit. Der Ton ist meist getragen, die Melodie schlicht und feierlich, oft im mäßigen oder langsamen Tempo.
Musikalische Verwendung
Gebete gehören zu den festen Bestandteilen der italienischen Oper des 19. Jahrhunderts. Berühmte Beispiele sind Rossinis Chor „Dal tuo stellato soglio“ in „Mosè in Egitto“ und Desdemonas „Ave Maria“ in Verdis „Otello“ (1887). Die Preghiera lässt die Figuren im Moment höchster Not zur Ruhe kommen und gibt dem Publikum die Möglichkeit, das Drama einzuordnen.
Abzugrenzen ist die Preghiera von der liturgischen Musik der Messe, die im Gottesdienst steht, und von einer normalen Arie, die nicht ausdrücklich ein Gebet darstellt.
Spielpraxis
Wenn du eine Preghiera singst, gestalte den Ton ruhig, innig und in einem langen Bogen. Vermeide dramatische Härte und lass die Frömmigkeit in der Linie hörbar werden.