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Theorie

Rosalie

Auch „Schusterfleck“: mehrfache Wiederholung einer kurzen Phrase, jeweils eine Stufe versetzt; von der älteren Satzlehre als Fehler gerügt.

Was es bedeutet

Als Rosalie bezeichnet man die mehrfache Wiederholung eines kurzen melodisch-harmonischen Musters, das jeweils um eine diatonische Stufe nach oben oder unten versetzt erscheint. Der Name geht vermutlich auf eine populäre Melodie mit „Rosalie, mon cœur“ zurück, die eine solche stufenweise Wiederholung enthielt.

Musikalische Verwendung

Die ältere Satzlehre des 18. und 19. Jahrhunderts rügte die Rosalie, auch Schusterfleck genannt, häufig als Zeichen mangelnder Erfindungsgabe, weil sie ein Motiv statt weiterzuentwickeln lediglich mechanisch versetzt. Trotzdem verwenden auch bedeutende Komponisten solche Sequenzen gezielt als Steigerungsmittel, etwa um eine Phrase klanglich zu intensivieren. Abzugrenzen ist die Rosalie von der allgemeinen Sequenz dadurch, dass sie speziell die als schematisch oder abgenutzt empfundene, allzu wörtliche Wiederholung meint, während eine kunstvoll variierte Sequenz nicht abgewertet wird.

Spielpraxis

Wenn du eine Rosalie in einem Werk erkennst, achte darauf, ob der Komponist sie bewusst als Steigerung einsetzt, etwa durch Dynamik oder Tempo, und gestalte sie dann entsprechend spannungsvoll, statt sie mechanisch gleichförmig zu spielen.