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Theorie

Absolutes Gehör

Das absolute Gehör ist die Fähigkeit, einen Ton ohne jeden Bezugston zu benennen. Es ist selten und meist früh angelegt. Für das praktische Musizieren ist es nicht nötig: Ein gut trainiertes relatives Gehör reicht völlig aus und lässt sich in jedem Alter aufbauen.

Fähigkeit
einen Ton ohne Bezug benennen
Häufigkeit
selten, meist früh angelegt
Nötig zum Musizieren?
nein
Gegenstück
relatives Gehör (Töne im Verhältnis zueinander)

Zwei Arten zu hören

Die Seite Gehörbildung unterscheidet im ersten Abschnitt zwei Fähigkeiten. Beim relativen Gehör erkennt man Töne im Verhältnis zueinander, etwa ob ein Sprung eine Quinte oder eine Oktave ist. Das sei die Fähigkeit, die im musikalischen Alltag fast alles trägt: Melodien nachsingen, mitspielen, Harmonien einschätzen. Das absolute Gehör, einen Ton ohne jeden Bezug benennen zu können, sei selten und meist früh angelegt.

Absolutes GehörRelatives Gehör
Was wird erkannt?ein einzelner Ton, ohne Bezugder Abstand zwischen Tönen, etwa Quinte oder Oktave
Wie verbreitet?seltenfür jeden erreichbar
Wann lernbar?meist an die frühe Kindheit gebundenin jedem Alter
Wofür gebraucht?nicht nötig zum MusizierenMelodien nachsingen, mitspielen, Harmonien einschätzen

Was du wirklich brauchst

Die Antwort der Gehörbildungsseite ist deutlich: Für praktisches Musizieren ist das absolute Gehör nicht nötig. Und die FAQ ergänzt: Nur das seltene absolute Gehör sei meist an die frühe Kindheit gebunden, das relative Gehör lasse sich in jedem Alter trainieren. Gehörbildung wirke wie Krafttraining fürs Ohr: Kurze, regelmäßige Einheiten bringen mehr als seltene lange, empfohlen sind etwa zehn Minuten täglich.

So trainierst du das relative Gehör

  • Ankerlieder: Jedem Intervall ein bekanntes Lied zuordnen, das genau mit diesem Sprung beginnt. Das Intervall-Hörtraining empfiehlt, eine eigene Liste zu schreiben.
  • Solmisation: Do, Re, Mi und so weiter geben jeder Stufe eine Silbe und machen Melodien unabhängig von der Tonart erfassbar. Das „Do“ ist immer der Grundton.
  • Mitsingen: Die eigene Stimme ist laut den FAQ die wichtigste Hilfe.
Selbst ausprobieren: Im Intervall-Hörtraining beginnst du mit Prime, Quarte, Quinte und Oktave. Singe die Antwort mit, bevor du sie anklickst.

Ein Bezugston hilft

Auch wer kein absolutes Gehör hat, kann sich am Bezugston orientieren. Die Gehörbildungsseite weist darauf hin, dass ein Klavierton am Bildschirm oder eine App als Bezugston genügt. Der Kammerton a¹ mit 440 Hz ist der übliche Bezug, nach dem Stimmgeräte arbeiten (Seite Werkzeuge).