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Vokal

Ariette

Kleine, liedhafte Arie.

Was es bedeutet

Die Ariette ist eine kleine, liedhafte Form der Arie: kürzer im Umfang, schlichter im Bau und meist ohne die virtuosen Ansprüche einer großen Opernarie. Der Name ist die italienische Verkleinerungsform von Arie und weist unmittelbar auf diesen Unterschied im Maßstab hin.

Melodisch orientiert sich die Ariette oft an volkstümlichen oder liedhaften Mustern mit einfacher, gut singbarer Linie und überschaubarer Strophen- oder Liedform, statt an der ausgedehnten Da-capo-Anlage großer Arien.

Musikalische Verwendung

Verbreitet war die Ariette vor allem im französischen und deutschen Singspiel sowie in der komischen Oper des 18. Jahrhunderts, wo sie einfachere, oft komische oder volkstümliche Figuren charakterisierte, während die große Arie den Hauptpartien vorbehalten blieb.

Abzugrenzen ist die Ariette von der großen Arie vor allem durch Umfang und Anspruch, nicht durch eine grundsätzlich andere Funktion: Beide halten die Handlung an, um ein Gefühl auszubreiten, doch die Ariette tut dies knapper und schlichter. Von einem gewöhnlichen Lied unterscheidet sich die Ariette dadurch, dass sie in einen dramatischen Zusammenhang eingebettet bleibt.

Spielpraxis

Singe oder begleite eine Ariette mit natürlicher, liedhafter Phrasierung statt mit opernhaftem Pathos, denn ihre Wirkung lebt von Unmittelbarkeit und Einfachheit. Halte Tempo und Dynamik gleichmäßiger als in einer großen Arie, damit der volkstümliche Charakter erhalten bleibt.