Außenstimmen
Höchste und tiefste Stimme eines mehrstimmigen Satzes.
Was es bedeutet
Außenstimmen sind die höchste und tiefste Stimme eines mehrstimmigen Satzes – meist Sopran und Bass im vierstimmigen Chorsatz, Melodie und Bass in einfacheren Sätzen. Sie bilden den harmonischen und melodischen Rahmen, innerhalb dessen sich die übrigen, „inneren“ Stimmen bewegen.
Musikalische Verwendung
In der klassischen Satzlehre kommt den Außenstimmen besondere satztechnische Aufmerksamkeit zu, weil sie am deutlichsten hörbar sind: Der Bass trägt die harmonische Grundlage und bestimmt zusammen mit der Melodie in der Oberstimme den Gesamteindruck eines Satzes, während die Mittelstimmen vor allem der vollständigen und regelkonformen Akkordfüllung dienen. Beim Ausarbeiten eines Satzes werden Melodie und Bass daher häufig zuerst festgelegt, bevor die Mittelstimmen ergänzt werden.
Ein zentrales Regelwerk des strengen Satzes betrifft das Verhältnis der Außenstimmen zueinander: Parallele Oktaven und Quinten zwischen ihnen gelten als zu vermeiden, weil sie die Eigenständigkeit der Stimmen aufheben; auch Gegenbewegung zwischen Melodie und Bass wird als klanglich befriedigender empfunden als gleichsinnige Bewegung.
Abzugrenzen sind die Außenstimmen von den Mittelstimmen, die zwischen ihnen liegen und weniger exponiert geführt werden, sowie vom Begriff der Oberstimme, der sich nur auf die höchste Stimme bezieht, ohne den Bass einzuschließen.
Spielpraxis
Wenn du einen mehrstimmigen Satz analysierst oder selbst schreibst, spiele oder singe zunächst nur die beiden Außenstimmen zusammen: Sie zeigen dir bereits, ob die Harmonik trägt und die Stimmführung sauber ist, bevor du dich um die Mittelstimmen kümmerst.