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Geschichte

Choralbuch

Sammlung von Kirchenliedmelodien, meist mit Bass, zur Begleitung des Gemeindegesangs durch Organisten.

Was es bedeutet

Ein Choralbuch ist eine Sammlung von Kirchenliedmelodien für den praktischen Gebrauch am Gottesdienst, meist in vierstimmigem Satz oder als Melodie mit beziffertem Bass. Es diente Organistinnen und Organisten als Nachschlagewerk, um den Gemeindegesang einheitlich und korrekt zu begleiten, ohne jede Melodie auswendig zu kennen oder selbst zu harmonisieren.

Musikalische Verwendung

Choralbücher entstanden vor allem seit dem 18. Jahrhundert im protestantischen Kirchenraum und wurden regional oder landeskirchlich herausgegeben, oft mit Vorworten zur gewünschten Ausführung von Tempo und Verzierung. Sie regelten damit auch, welche Fassung einer Melodie in einer Gegend als verbindlich galt, da sich Choralmelodien im Lauf der Zeit und je nach Ort verändert hatten.

Abzugrenzen ist das Choralbuch vom Gesangbuch, das nur die Texte und meist die bloße Melodiezeile für die Gemeinde enthält, nicht aber den vollständigen, mehrstimmigen Orgelsatz.

Spielpraxis

Begleitest du Gemeindegesang aus einem Choralbuch, richte dein Tempo nach dem Atem der singenden Gemeinde und nicht nach der gedruckten Satzstruktur allein – ältere Choralbücher waren oft für ein gemächlicheres Singen gedacht, als es die Notenschrift vermuten lässt.