Credo
Glaubensbekenntnis; dritter Gesang des Messordinariums.
Was es bedeutet
Das Credo (lateinisch „Ich glaube“) ist der dritte der fünf Gesänge des Messordinariums, also jener Teile der Messe, deren Text sich nicht mit dem Kirchenjahr ändert. Es formuliert das nizänisch-konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis der christlichen Kirche und ist damit inhaltlich der theologisch dichteste und textlich umfangreichste Satz der Ordinariumsvertonung.
Im Ablauf der Messe steht das Credo nach dem Evangelium und vor dem eucharistischen Teil mit Sanctus und Agnus Dei. Anders als Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei ist es kein ursprünglich liturgischer Gesang der Messe, sondern wurde erst im frühen Mittelalter in die Liturgie aufgenommen.
Musikalische Verwendung
Wegen seines langen, unregelmäßig gegliederten Textes stellt das Credo Komponisten vor besondere Aufgaben: Viele mehrsätzige Messvertonungen unterteilen es in mehrere musikalisch kontrastierende Abschnitte, etwa um die zentralen Stationen „et incarnatus est“, „crucifixus“ und „et resurrexit“ hervorzuheben. Bekannte Beispiele finden sich in den großen Messvertonungen von Johann Sebastian Bach (Messe in h-Moll), Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven.
Der Abschnitt „Crucifixus“ wird in der Vertonungsgeschichte häufig besonders getragen, oft in Moll und mit chromatischer Harmonik gestaltet, während „Et resurrexit“ meist als jubelnder Kontrast in helleren Tonarten und schnellerem Tempo folgt.