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Geschichte

Dasia-Notation

Frühmittelalterliches Tonschriftsystem des 10. Jahrhunderts mit eigenen Zeichen für die Tonhöhen, Vorläufer moderner Notenschrift.

Was es bedeutet

Die Dasia-Notation ist ein Tonschriftsystem des 10. Jahrhunderts, das nach der Ähnlichkeit ihres Grundzeichens mit dem griechischen spiritus asper, der Dasia (griech. δασεῖα, „rau“), benannt wurde. Sie zählt zu den frühesten Versuchen des lateinischen Mittelalters, Tonhöhen exakt und systematisch schriftlich festzuhalten, und gilt damit als bedeutender Vorläufer der später entwickelten Linien- und Notenschrift.

Die Notation wird dem Umkreis des anonymen Traktats Musica enchiriadis zugeschrieben, einem der wichtigsten musiktheoretischen Werke des frühen Mittelalters.

Im Notenbild

Ausgangspunkt der Dasia-Notation sind vier Grundzeichen, die an die griechische Instrumentalnotation erinnern. Durch Drehung und Spiegelung dieser vier Zeichen entstand ein System von insgesamt 18 unterschiedlichen Symbolen, mit dem sich ein vollständiges Tonsystem aus vier Tetrachorden zuzüglich zweier zusätzlicher Töne abbilden ließ.