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Tonleiter

Tetrachord

Viertonreihe innerhalb einer Quart.

Was es bedeutet

Ein Tetrachord ist eine Folge von vier Tönen, die den Rahmen einer Quarte ausfüllen. Die äußeren Töne stehen fest im Quartabstand, die beiden inneren können verschieden liegen — daraus ergeben sich verschiedene Tetrachordarten. Das Konzept stammt aus der antiken griechischen Musiktheorie und blieb über das Mittelalter hinaus ein Mittel, Tonleitern zu beschreiben.

Musikalische Verwendung

Die Durtonleiter lässt sich bequem aus zwei gleich gebauten Tetrachorden zusammensetzen: ganz-ganz-halb, ein Ganzton als Verbindung, dann nochmals ganz-ganz-halb. Diese Zerlegung ist mehr als eine Merkhilfe — sie erklärt den Quintenzirkel. Das obere Tetrachord einer Durtonleiter ist zugleich das untere der Tonart eine Quinte höher, weshalb bei jedem Quintschritt genau ein neues Vorzeichen hinzukommt.

Man unterscheidet konjunkte und disjunkte Verbindung: Bei jener teilen sich zwei Tetrachorde einen Ton, bei dieser trennt sie ein Ganzton. Die Durtonleiter ist disjunkt gebaut.

Die antike Theorie kannte drei Tongeschlechter, die sich in der Lage der inneren Töne unterscheiden — das diatonische mit Ganz- und Halbtönen, das chromatische mit zwei engen Schritten und einer großen Terz, das enharmonische mit noch kleineren Abständen. Für die praktische Musik des Abendlands blieb das diatonische maßgebend.

Abzugrenzen ist das Tetrachord vom Hexachord, das sechs Töne umfasst und Grundlage der mittelalterlichen Solmisation war.

Das Tetrachord war die Grundeinheit der antiken griechischen Musiktheorie. Die Durtonleiter besteht aus zwei gleich gebauten Tetrachorden, die durch einen Ganzton getrennt sind. Die Art des Tetrachords, diatonisch, chromatisch oder enharmonisch, hing von der Lage der inneren Töne ab. Im Barock ist der absteigende Tetrachord von der Tonika zur Dominante ein bekanntes Lamento-Bassmodell, das auch chromatisch ausgefüllt vorkommt und in vielen Klageszenen die Grundlage bildet. ## Spielpraxis

Nutze die Zerlegung beim Lernen von Tonarten: Wer das obere Tetrachord einer Tonleiter kennt, hat bereits das untere der nächsten Quinttonart. Übe Skalen auch tetrachordweise, mit bewusster Aufmerksamkeit auf den Halbton am oberen Ende jeder Gruppe.