Hexachord
Das Hexachord ist eine Folge von sechs Tönen mit der festen Schrittfolge ganz–ganz–halb–ganz–ganz. Der Halbton liegt also immer zwischen dem dritten und vierten Ton, zwischen den Solmisationssilben mi und fa. Auf dieser Einheit beruhte die mittelalterliche Tonlehre.
- Töne
- sechs
- Schrittfolge
- 1 – 1 – ½ – 1 – 1
- Silben
- ut – re – mi – fa – sol – la
- Halbton
- immer zwischen mi und fa
- Drei Hexachorde
- naturale (c), durum (g), molle (f)
Sechs Töne mit festem Muster
Ein Hexachord ist eine Sechstonreihe. Ihre Schrittfolge ist immer gleich: Ganzton, Ganzton, Halbton, Ganzton, Ganzton. Jedem Ton wird eine Silbe zugeordnet: ut, re, mi, fa, sol, la. Der einzige Halbton liegt stets zwischen mi und fa. Wer also mi–fa singt, singt einen Halbton, gleichgültig auf welcher Tonhöhe.
Hexachordum naturale auf c
ut = c, re = d, mi = e, fa = f, sol = g, la = a. Der Halbton e–f liegt zwischen mi und fa.
Hexachordum durum auf g (mit h)
Dieselbe Schrittfolge, beginnend auf g. Das h macht es „hart“ (durum). Der Halbton h–c liegt wieder zwischen mi und fa.
Hexachordum molle auf f (mit b)
Beginnend auf f. Das b macht es „weich“ (molle). Der Halbton a–b liegt zwischen mi und fa.
Im Glossar: Solmisation · Tetrachord · Musica ficta
Drei Hexachorde
Der Tonraum des Mittelalters wurde aus überlappenden Hexachorden aufgebaut, die auf verschiedenen Tönen beginnen. Man unterschied das natürliche Hexachord auf c, das harte (durum) auf g mit h und das weiche (molle) auf f mit b.
| Hexachord | Beginnt auf | ut re mi fa sol la |
|---|---|---|
| naturale | c | c d e f g a |
| durum | g | g a h c d e |
| molle | f | f g a b c d |
Weil jedes Hexachord nur sechs Töne umfasst, musste man beim Überschreiten dieses Raums wechseln. Das heißt Mutation: Ein Ton wird in zwei Hexachorden zugleich gedacht, und die Silbenbenennung wechselt. Das c im naturalen Hexachord ist ut, im durum-Hexachord auf g dagegen fa.
Zum Namen des Systems: Der tiefste Ton war mit dem griechischen Buchstaben Gamma bezeichnet, woraus über die Silbenbenennung das französische „gamme“ und das englische „gamut“ für Tonleiter entstanden.
Außerhalb der Ordnung
Töne, die in dieser Ordnung nicht vorgesehen waren, galten als „musica falsa“ oder „musica ficta“. Das Wort „falsch“ ist hier kein Werturteil, sondern kennzeichnet das Ungeregelte.
Abgrenzung
Das Hexachord ist kein Tetrachord. Das Tetrachord ist eine Viertongruppe im Rahmen einer Quarte, mit der die antike Theorie Tonleitern aufbaute. Das Hexachord umfasst sechs Töne und war Grundlage der mittelalterlichen Solmisation.
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Verwandte Begriffe
SolmisationTetrachordMusica fictaHalbtonTonleiterKirchentonart
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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