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Theorie

Diabolus in musica

Diabolus in musica, „Teufel in der Musik“, ist der Beiname des Tritonus: drei Ganztöne übereinander, sechs Halbtöne. Im Mittelalter vermied man ihn im Tonsatz oft, der Name „Diabolus in musica“ ist jedoch erst aus dem 18. Jahrhundert belegt. Später wurde er zur treibenden Kraft der Dur-Moll-Harmonik.

Intervall
Tritonus, drei Ganztöne
Halbtöne
6
Teilt die Oktave
in der gleichstufigen Stimmung in zwei gleiche Hälften
Beispiel
c – fis (übermäßige Quarte) oder c – ges
Ort
im Dominantseptakkord, zwischen Terz und Septime

Der Name

Die Seite Intervalle beschreibt den Tritonus als „berüchtigten“ Diabolus in Musica: drei Ganztöne übereinander. Wegen seines spannungsgeladenen, instabilen Klangs vermied man ihn im Mittelalter im Tonsatz oft; der Name „Diabolus in Musica“ wird gern dem Mittelalter zugeschrieben, ist aber erst aus dem 18. Jahrhundert belegt. In der gleichstufigen Stimmung teilt er die Oktave genau in zwei gleiche Hälften: Sein Frequenzverhältnis ist √2 ≈ 1,4142, das sind 600 Cent, und das gilt für kein anderes Intervall. Das reine Verhältnis 45:32 = 1,40625 liegt mit rund 590 Cent etwas darunter.

Tritonus im G7-Akkord: h und f

h f 6

Im Dominantseptakkord G7 (g – h – d – f) bilden die große Terz h und die kleine Septime f einen Tritonus, sechs Halbtöne. Das h zieht hinauf nach c, das f hinunter nach e.

Der Teufel wird nützlich

Gerade seine Spannung macht ihn unentbehrlich. Im Dominantseptakkord bilden große Terz und kleine Septime einen Tritonus, der zwingend nach Auflösung in die Tonika verlangt. Dieser eingebaute Spannungspunkt sei die treibende Kraft der gesamten westlichen tonalen Musik. Im 20. Jahrhundert wurde der Tritonus laut der Seite von Klassik und Jazz vollständig rehabilitiert.

Symmetrisch, und deshalb einzigartig

Die Seite Intervalle nennt eine zweite Besonderheit: Die Umkehrung des Tritonus ist wieder ein Tritonus, denn 6 + 6 = 12 Halbtöne, also eine Oktave. Er ist damit das einzige Intervall, das mit sich selbst symmetrisch ist. Auf der Gitarre entspricht er sechs Bünden Abstand; auf der hohen E-Saite (329,63 Hz) klingt im 6. Bund B♭ (466,16 Hz).

Als einfaches Naturton-Intervall findet man ihn nicht: Das Verhältnis 45:32 kommt in den unteren Teiltönen der Obertonreihe nicht vor; nur Näherungen wie 7:5 (rund 583 Cent) und 11:8 (rund 551 Cent) liegen darin. Er ist daher vor allem ein Intervall der Tonleiterkonstruktion.

Selbst ausprobieren: Im Intervall-Hörtraining kommen die Tritonus-Fälle erst auf den obersten Stufen dran. Spiele vorher zwei Töne im Abstand von sechs Halbtönen und höre, wie unentschieden der Klang bleibt.