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Theorie

Diabolus in musica

„Teufel in der Musik“, historische Bezeichnung des Tritonus.

Was es bedeutet

Diabolus in musica, lateinisch für „Teufel in der Musik“, ist eine bekannte, volkstümlich gewordene Bezeichnung für den Tritonus, das Intervall aus drei ganzen Tönen wie etwa F und H. Dieses Intervall klingt aufgrund seiner instabilen, spannungsreichen Wirkung besonders auffällig und wenig konsonant.

Die schriftliche Bezeugung dieser Bezeichnung ist erst vergleichsweise spät, vor allem seit dem 18. Jahrhundert nachweisbar. Eine feste, kirchenamtliche Verbotsregel des Tritonus, wie sie die populäre Legende oft nahelegt, lässt sich für das Mittelalter nicht eindeutig belegen.

Musikalische Verwendung

Historisch geht die Vorsicht gegenüber dem Tritonus vor allem auf satztechnische Gründe zurück: In der mehrstimmigen Musik des Mittelalters und der Renaissance galt die kompositorische Regel mi contra fa est diabolus in musica, wonach der Ton mi (h) nicht direkt gegen den Ton fa (f) gesetzt werden sollte, weil daraus ein schwer zu intonierender und satztechnisch heikler Tritonus entstand.

In der späteren Musikgeschichte, besonders seit Barock und Romantik, wurde der Tritonus bewusst als klangliches Symbol für Unruhe, Spannung oder Bedrohliches eingesetzt, wodurch sich die volkstümliche Assoziation mit dem Teufel weiter verfestigte und bis heute in Filmmusik und populärer Musik fortlebt.