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Intervall

Verminderte Quinte

Sechs Halbtöne, die um einen Halbton verkleinerte Quinte — klanglich der Tritonus.

Was es bedeutet

Die verminderte Quinte umfasst sechs Halbtöne; sie ist die um einen Halbton verkleinerte reine Quinte. Klanglich entspricht sie der übermäßigen Quarte, und beide zusammen heißen Tritonus. Die ältere Bezeichnung „falsche Quint" meint dasselbe Intervall.

Im Notenbild

Zu erkennen ist sie daran, dass die beiden Notenköpfe fünf Stufen umspannen — anders als bei der übermäßigen Quarte, die vier umspannt. Die Schreibweise entscheidet über die Fortführung: Die verminderte Quinte zieht sich zusammen, der untere Ton steigt und der obere fällt.

Musikalische Verwendung

In der Durtonleiter entsteht sie zwischen der siebten und der vierten Stufe. Dort ist sie zugleich das gespannte Intervall des Dominantseptakkords (D7), dessen Auflösung die Kadenz trägt: Der Leitton steigt zum Grundton, die Septime fällt zur Terz der Tonika. Der verminderte Dreiklang auf der siebten Stufe in Dur enthält sie zwischen Grundton und Quinte, ebenso der verminderte und der halbverminderte Septakkord.

In der modalen Musik galt sie zwischen Stimmen als zu meiden; die Praxis der musica ficta diente unter anderem dazu, sie durch Erhöhung oder Erniedrigung eines Tones zu vermeiden.

Eine ganz andere Rolle spielt sie in der Blues-Tonleiter, wo sie als sogenannte Blue Note zur Moll-Pentatonik hinzutritt und nicht nach Auflösung verlangt, sondern als Färbung stehen bleibt.

Abzugrenzen ist die verminderte von der reinen Quinte: Ein einziger Halbton trennt das stabilste Intervall nach der Oktave von seinem gespannten Gegenstück.

Weitere Bezeichnungen

Falsche Quint (lateinisch quinta falsa) ist die historische Bezeichnung der verminderten Quinte. Klanglich entspricht sie in gleichstufiger Stimmung dem Tritonus, wird aber anders notiert und aufgelöst: Die verminderte Quinte strebt meist nach innen, der Tritonus als übermäßige Quarte nach außen.

Spielpraxis

Führe die Töne zusammen — das ist die Bewegung, aus der die Wirkung entsteht. Nimm den Leitton eng an sein Ziel und die Septime nicht zu hoch. Leite das Intervall beim Singen aus dem Dominantseptakkord her. Und behandle die Blue Note anders: Sie will nicht aufgelöst, sondern gefärbt werden.